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Clemens Prokop ist Präsident des DLV
Clemens Prokop ist Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes © Getty Images

DLV-Präsident Clemens Prokop hat vor der Entscheidung über die olympische Zukunft der kenianischen Leichtathletik ein hartes Durchgreifen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gefordert.

"Es ist jetzt Zeit, klare Kante zu zeigen", sagte der Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in einem Interview mit der Funke Mediengruppe und Der Westen.

"Nach rund 1000 Jahren sind die antiken Olympischen Spiele an Betrug und Korruption zerbrochen. Wir stecken heute auch in einer existenziellen Krise. Nur ernsthafte Konsequenzen können eine Besserung bringen", sagte Prokop weiter.

Am Dienstag läuft das WADA-Ultimatum für Kenia aus, ein funktionierendes Kontrollsystem zu gewährleisten. Kenia droht in letzter Konsequenz der Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Nach Ansicht Prokops sollten auch Russland, Äthiopien, Weißrussland und Marokko ausgeschlossen werden, wenn sie kein angemessenes Anti-Doping-System installieren.

Die WADA fordert von Kenia unter anderem den Beschluss eines Anti-Doping-Gesetzes sowie die Sicherstellung der Finanzierung der nationalen Anti-Doping-Agentur ADAK. Beides ist bisher nicht passiert. Eine erste Frist war bereits Mitte Februar verstrichen. Am vergangenen Mittwoch hatte das kenianische Parlament zwar über das Gesetz beraten, eine Entscheidung allerdings vertagt.

"Es ist eine Frist für Kenia gesetzt worden, diese ist sogar verlängert worden. Deshalb ist es jetzt Zeit, klare Kante zu zeigen. Offensichtlich sind bisher die Auflagen nicht erfüllt worden", sagte Prokop nun: "Also kann es nur eine Konsequenz geben, nämlich eine Empfehlung der WADA an das Internationale Olympische Komitee, Kenia nicht bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro starten zu lassen."

Sollte die zuständige WADA-Kommission die Kenianer als "non-compliant" (nicht mit dem Code übereinstimmend) einstufen und diese Einschätzung vom WADA-Vorstand bei dessen Sitzung am 12. Mai bestätigt werden, könnte im äußersten Fall der Olympia-Ausschluss Kenias stehen. Einen solchen kann die WADA allerdings nicht beschließen, sondern lediglich eine Empfehlung an das Internationale Olympische Komitee (IOC) geben.

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