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IAAF World Race Walking Team Championships - Day Two
Alex Schwazer wird bereits zum zweiten Mal positiv getestet © Getty Images

Geher-Olympiasieger Alex Schwazer (Italien) ist nicht einmal zwei Monate nach Ablauf seiner Dopingsperre erneut unter Manipulationsverdacht geraten. Durch zusätzliche Analysen einer Trainingskontrolle mit Blut- und Urinproben vom 1. Januar soll der 31-Jährige einem Bericht der Gazzetta dello Sport zufolge der Einnahme anaboler Steroide überführt worden sein.

Am Mittwoch bestätigte auch der italienische Leichtathletik-Verband, dass Schwazer einen positiven Test abgegeben hat. "Es hat eine Benachrichtigung über einen Verstoß gegeben", sagte ein Verbandssprecher.

Schwazer reagierte bestürzt und wies ein Fehlverhalten auf einer Pressekonferenz in Bozen am Mittwochabend vehement zurück. "Es ist wie ein Alptraum. Jemand will mich daran hindern, an den Olympischen Spielen in Rio teilzunehmen", sagte Schwazer: "Diesmal werde ich mich nicht wie vor vier Jahren entschuldigen, weil ich diesmal keinen Fehler gemacht habe." 

Schwazers Rechtsbeistand Gerhard Brandstätter kündigte eine Klage wegen Verleumdung an. "Alex hat in dieser Angelegenheit keine Verantwortung. Die Nachricht der positiven Kontrollen ist unglaublich und verheerend. Wir müssen die Wahrheit ans Licht bringen", sagte Brandstätter. Schwazer habe sich 24 Stunden lang für Kontrollen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zur Verfügung gestellt. Die ursprüngliche Analyse der Trainingskontrolle hatte keine Auffälligkeiten ergeben. 

Schon zuvor hatte sich Italiens Leichtathletik-Chef Alfio Giomi bestürzt über die Vorwürfe gegen Schwazer gezeigt: "Im Moment bin ich einfach erschüttert. Wir versuchen zu begreifen, wie die Dinge stehen", sagte Giomi. 

Schwazer hatte Anfang Mai bei der Team-WM in Rom sein Comeback gegeben und sich durch seinen Sieg im 50-km-Rennen auf Anhieb für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifiziert. Die vierjährige Sperre des Peking-Olympiasiegers wegen Dopings war erst acht Tage zuvor abgelaufen. 

Schwazer war kurz vor den Olympischen Spielen 2012 in London positiv auf EPO getestet worden. Neben sportlichen Zielen wollte der Südtiroler bei seiner Rückkehr auch die Wiederherstellung seiner Glaubwürdigkeit erreichen.

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