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Robert Harting gewann 2012 olympisches Gold
Robert Harting glaubt, dass systematisches Doping möglich ist © Getty Images

Diskus-Olympiasieger Robert Harting überraschen die Enthüllungen über systematisches Staatsdoping in Russland nicht. Er fordert einen harten Kurs und bringt einen Vorschlag.

Diskus-Olympiasieger Robert Harting schließt nicht aus, dass die russische Regierung ein systematisches Doping im eigenen Land deckt.

"Möglich ist das bestimmt. Viele Länder werden kreativ, wenn es um die eigene Flagge geht", sagte der Welt- und Europameister am Donnerstag in Berlin.

Wie Recherchen von ARD/WDR für die Sendung "Geheimsache Doping: Showdown für Russland" ergaben, soll Russlands Sportminister Witali Mutko an der Vertuschung eines Dopingfalles in der ersten russischen Fußball-Liga beteiligt gewesen sein. "Das wäre nichts Neues", sagte Harting.

Mit Blick auf die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) am 17. Juni über die mögliche Aufhebung der Sperre gegen russische Athleten meinte Harting: "Ich appelliere an die Leidenschaft für den Sport und nicht an die Leidenschaft für das Geld. Wenn das IOC den Kern des sauberen Sports aufgeben will, müssen sie den russischen Verband zulassen. Wollen sie einen ethischen Code implementieren, müssen sie den Verband außen vor lassen."

Harting bezeichnete es als "toll", wenn saubere russische Athleten bei Olympia in Rio (05. bis 21. August) unter der IOC-Flagge starten könnten. "Das tut Russland viel mehr weh", sagte der 31-Jährige. Welcher Athlet sauber ist, könne man anhand von Biopässen und Doping-Proben herausfinden.

Nicht richtig fände es Harting, wenn sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) hinter den Weltverbanden verstecken würde. "Das IOC muss jetzt eine Marke setzen", sagte Harting. "Es kann sich nicht darauf ausruhen, dass die ihm unterstehenden Verbände die Dinge regeln."

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