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Markus Rehm
Prothesen-Springer Markus Rehm hatte am Freitag seinen Kampf um ein Olympiaticket aufgegeben © Getty Images

Nach dem Rückzug von Prothesenspringer Markus Rehm im Kampf um einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hat der Deutsche Behindertensportverband (DBS) den Leichtathletik-Weltverband IAAF in die Pflicht genommen.

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher und Vizepräsident Karl Quade forderten in einer gemeinsamen Erklärung am Montag nochmals mit Nachdruck die Anpassung des aktuellen Regelwerks.

Streitpunkt ist die Regel 144.3 d. Nach dieser dürfen Leichtathleten mit "mechanischer Hilfe" nur dann an Olympischen Spielen oder IAAF-Weltmeisterschaften teilnehmen, wenn sie nachweisen können, dass ihnen diese "Hilfe" keinen Vorteil verschafft.

Diese Regel gehöre "in der vorliegenden Form" abgeschafft, "nicht nur mit Blick auf Markus Rehm. Vielmehr geht es um Sportlerinnen und Sportler mit 'mechanischen Hilfen' auch in anderen Disziplinen und auf internationaler Ebene. Dies werden auch künftig mit großer Wahrscheinlichkeit immer nur Einzelfälle bleiben."

Die IAAF hatte zuletzt eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Generalsekretär Jean Gracia gegründet, der nun auch Rehm selbst angehört. Die Gruppe soll auch eine mögliche Änderung des Regelwerks erörtern mit dem Ziel, Prothesenspringern künftig die Teilnahme an IAAF-Wettkämpfen zu ermöglichen. "Dass Markus Rehm von der IAAF in die Arbeitsgruppe berufen wurde, ist ein Fortschritt", teilten Beucher und Quade mit.

Am vergangenen Freitag hatte der Weltverband nach einem Treffen von Rehm und Gracia mitgeteilt, dass Rehm nach monatelangem Kampf keine Nominierung mehr für Olympia (5. bis 21. August) anstrebe.

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