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Christoph Harting freute sich bei der Siegerehrung in Rio auf seine Weise
Christoph Harting sorgte bei der Siegerehrung in Rio de Janeiro für Aufregung © Getty Images

Christoph Harting verteidigt sein Verhalten bei der Siegerehrung in Rio de Janeiro. Den Leuten in Deutschland gehe es zu gut, wenn sie "keine anderen Probleme" haben.

Diskus-Olympiasieger Christoph Harting steht zu seinem umstrittenen Verhalten bei der Siegerehrung in Rio de Janeiro und würde lieber andere Dinge korrigieren, wenn er die Zeit zurückdrehen könnte.

"Ich würde mich darum kümmern, Hitler an der Wurzel seiner Macht zu stürzen oder 9/11 zu verhindern", sagte der Leichtathlet im Interview mit der Welt am Sonntag.

Harting versteht Kritik nicht 

Der 27-Jährige kann die Aufregung über sein Verhalten nach wie vor nicht verstehen: "Wenn eine Gesellschaft keine anderen Probleme hat, als sich darüber aufzuregen, wie sich ein Olympiasieger freut, dann geht es diesem Land gut, und das finde ich schön."

Harting hatte bei der Zeremonie die Arme vor der Brust verschränkt, dabei gepfiffen und anschließend Interviews weitgehend verweigert.

Leistungssport nur "ein Job" 

Leistungssport, so Harting weiter, sei für ihn keine Berufung, "sondern ein Job in einem bestimmten Lebensabschnitt." Er sei nicht auf der Welt, um anderen das Leben leicht oder recht zu machen: "Für mich spielt es keine Rolle, was Menschen außerhalb meiner emotionalen Bindungen über mich denken. So bin ich nun mal."

Ungeachtet seines Goldmedaillengewinns habe er weder einen Facebook- noch einen Twitter-Account, Anonymität sei sein höchstes Gut. "Social Media ist mit das Schlimmste, was dieser Welt passiert ist. Ich will einfach mein Leben in Ruhe leben und glücklich sein", sagte Harting, der seit Oktober in Berlin Psychologie studiert.

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