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IAAF-Präsident Sebastian Coe wehrt sich gegen Vorwürfe des britischen Parlaments
IAAF-Präsident Sebastian Coe wehrt sich gegen Vorwürfe des britischen Parlaments © Getty Images

Der Präsident des Weltleichtathletikverbandes, Sebastian Coe behauptet, erst im Dezember 2014 von Vertuschungsvorwürfen im Doping-Skandal erfahren zu haben.

IAAF-Präsident Sebastian Coe hat sich gegen Anschuldigungen zur Wehr gesetzt, er habe im Doping- und Korruptionsskandal früher als bisher behauptet von den Vertuschungsvorwürfen innerhalb des Weltverbandes gewusst. Der zweimalige 1500-m-Olympiasieger widersprach dem zuständigen Ausschuss des britischen Parlaments, er habe auf Nachfrage behauptet, erst im Dezember 2014 von den Vorwürfen gehört zu haben, also vier Monate nach Bekanntwerden.

"Ich bin von dem Ausschuss nicht gefragt worden, seit wann ich davon wusste, dass Personen innerhalb der IAAF Dopingfälle in Russland vertuscht haben", erklärte Coe. Er behauptete zudem weiterhin, dass er im August 2014 die entsprechende Mail des ehemaligen 10.000-m-Weltrekordlers David Bedford mit den Informationen nicht gelesen, sondern sein Büro angewiesen habe, diese an den Vorsitzenden der IAAF-Ethikkommission, Michael Beloff, und den Parlaments-Ausschuss weiterzuleiten.

"Da ich wusste, dass Michael die Informationen von David ebenfalls erhalten hat, war für mich klar, dass nun alles seinen Weg gehen würde", sagte Coe. In der Mail von Bedford war von Erpressungsversuchen durch die Clique des damaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack die Rede. Dabei ging es um Vorwürfe der russischen Marathonläuferin Lilja Schobuchowa, wonach diese nach einem positiven Dopingtest an Diacks Sohn Papa Massata 450.000 Euro zahlen sollte. Die Vorgänge waren auch Teil der Veröffentlichung des Skandals durch die ARD-Dopingredaktion um Hajo Seppelt im Dezember 2014.

Damian Collins, der Ausschussvorsitzendes im britischen Parlament, hatte der BBC erklärt: "Egal, welche Ausrede er hat, es ist klar, dass Lord Coe entschieden hat, nicht alle für unsere Untersuchung relevanten Informationen mit uns zu teilen. Der Ausschuss hat ihn nach seinem Wissen über das Doping in Russland und Korruption innerhalb der Sportart gefragt. In seinen Antworten hat er den Eindruck erweckt, dass er von konkreten Anschuldigungen nichts gewusst hat."

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