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Speerwerfer Johannes Vetter gewann vier seiner fünf letzten Wettbewerbe
Speerwerfer Johannes Vetter gewann vier seiner fünf letzten Wettbewerbe © Getty Images

Vetter siegt im Speerwurf, Storl im Kugelstoßen. Dazu läuft Krause neuen deutschen Rekord. In Berlin zeigen die deutschen Leichtathletik-Asse ihre Klasse.

Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter hat beim ISTAF in Berlin zum Saisonabschluss noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt.

Bei der 76. Auflage des traditionsreichen Meetings im Olympiastadion gewann der 24-Jährige mit starken 89,85 m. Damit verwies er Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena (86,07) und den tschechischen WM-Zweiten Jakub Vadlejch (85,15) auf Rang zwei und drei. Beim ISTAF hatte Vetter schon im Vorjahr triumphiert.

Bei den Weltmeisterschaften in London hatte Vetter mit bereits im ersten Versuch erzielten 89,89 m das einzige deutsche Gold gewonnen. Röhler, der Anfang Mai den damals mehr als zwei Jahrzehnte alten deutschen Rekord auf 93,90 m verbessert hatte, war nur Vierter geworden. 

In Berlin verpasste Vetter seinen eigenen deutschen Rekord und die zweitbeste jemals geworfene Weite von Mitte Juli (94,44) deutlich.

Kugelstoßer Storl verdaut WM-Debakel

Nach der WM hatte Vetter sowohl den Thumer als auch den Bad Köstritzer Werfertag am vergangenen Freitag für sich entschieden. Nur beim Finale der Diamond League am Donnerstag in Zürich war Röhler als Zweiter zwei Ränge vor Vetter gelandet.

Auch der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl ist nach den jüngsten Rückschlägen wieder im Aufwind.

Nach seinem WM-Debakel und der Trennung von seinem langjährigen Trainer Sven Lang gewann er mit einer Weite von 21,11 m.

Storl sicherte den Erfolg in einem Starterfeld ohne die internationalen Top-Athleten vor dem Jamaikaner O'Dayne Richards (20,85 m) und Jacko Gill aus Neuseeland (20,64 m).

Krause läuft neuen deutschen Rekord

Beim Diskuswurf entschied der dreimalige Weltmeister Robert Harting das Duell mit seinem Bruder Christoph für sich.

Der London-Olympiasieger landete mit mäßigen 64,59 m auf Rang fünf und somit drei Plätze vor seinem Bruder, der bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro im Vorjahr triumphiert hatte und nun schwache 62,83 m warf.

Den Sieg im Olympiastadion holte der polnische Europameister Piotr Malachowski (67,18).

Europameisterin Gesa Felicitas Krause lieferte indes mit dem neuen deutschen Rekord über 3000 m Hindernis ihr nächstes Meisterstück ab. In 9:11,85 Minuten blieb die 25-Jährige fast vier Sekunden unter ihrer Anfang Mai in Doha erzielten Bestmarke.

Nächstes Ausrufezeichen von Klosterhalfen

Über die 1500 m sorgte die erst 20-jährige Konstanze Klosterhalfen für das nächste Ausrufezeichen. Sie gewann in persönlicher Bestzeit von 3:58,92 Minuten vor der Britin Eilish McColgan (4:01,60) und Susan Krumins aus den Niederlanden (4:02,25).

Am Sonntag vor einer Woche hatte sie beim Diamond-League-Meeting in Birmingham bereits den 17 Jahre alten deutschen Rekord über 3000 m auf 8:29,89 Minuten gedrückt.

Dass mit den deutschen Frauen bei der EM auch auf der kurzen Distanz zu rechnen sein wird, bewiesen die Sprinterinnen. Lisa Mayer (11,14) aus Wetzlar siegte in ihrem Lauf über 100 m vor Gina Lückenkemper (11,16), die im Vorlauf der WM als erste Deutsche seit 26 Jahren in 10,95 Sekunden die 11-Sekunden-Marke unterboten hatte. 

Bei den Männern siegte der Jamaikaner Julian Forte in 9,91 Sekunden, der drittbesten Zeit in dieser Saison, Julian Reus (Wattenscheid) lief in 10,34 Sekunden auf Rang acht.

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