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Craig Reedie ist seit 2013 Präsident der WADA

Präsident Craig Reedie von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes in Deutschland positiv aufgenommen.

"Wir haben interessiert verfolgt, was in Deutschland derzeit passiert. Der Schutz von sauberen Athleten in Deutschland erhält nun eine breite Unterstützung. Darüber sind wir sehr glücklich", sagte der Brite in Berlin.

Reedie, seit Ende 2013 im Amt, wertete das Gesetz als Schritt in die richtige Richtung.

"Ich kenne keine Details des Gesetzes. Aber ich habe gehört, dass die NADA in ihrer Arbeit unterstützt und der Zugriff auf das Umfeld der Athleten ermöglicht werden soll. Diese Maßnahmen unterstützen saubere Athleten. Und das wird immer wichtiger", sagte er.

Ob das neue Gesetz womöglich einen guten Einfluss auf eine deutsche Bewerbung für Olympische Sommerspiele habe, wollte Reedie nicht beantworten.

"Die Anti-Doping-Regeln des Internationalen Olympischen Komitees folgen dem WADA-Code. Das IOC will sicher Städte, die eine funktionierende NADA haben. Bei Olympia unterstehen die Doping-Tests dem IOC, nicht der WADA. Doch es ist klar, dass ein gutes Verhältnis zwischen IOC und NADA wichtig bei Olympischen Spielen ist."

Reedie teilte auch nicht die Sorge, dass mit der Einführung des Gesetzes in Deutschland die Sportsgerichtsbarkeit ausgehebelt würde und grenzte sich damit vom Standpunkt des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ab.

Der WADA-Chef verwies auf andere Länder, in denen beide Systeme nebeneinander funktionieren. "Schauen Sie auf Italien, da ist das auch möglich. Warum sollte es in Deutschland nicht gehen?", so Reedie.

Auch die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) lobte die Einführung des neuen Gesetzes.

"Das ist ein klares Bekenntnis zum Sport. Das sind die Synergien, die wir wollten. Das ist ein klarer Schritt gegen Doping und für den Sport. Die Arbeit der Nationalen Anti Doping Agentur wird gestärkt, wenn ermittelnde Behörden bei Dopingfällen eingreifen", sagte die Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann.

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