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Hubschrauber Absturz Dropped
Beim Hubschrauber-Unglück in Argentinien kamen Camille Muffat, Alexis Vastine und Florence Arthaud ums Leben © AP Photo/Gabriel Gonzalez

Schweres Unglück bei Dreharbeiten einer Reality-Show: Bei einem Hubschrauberabsturz sterben drei ehemalige französische Sportler. Ex-Europameister Wiltord hat Glück.

Francois Hollande war "bestürzt und bewegt", die Radstars bei Paris-Nizza legten vor dem Start eine Schweigeminute ein:

Der Tod von Schwimm-Olympiasiegerin Camille Muffat (25), Boxer Alexis Vastine (28) und Seglerin Florence Arthaud (57) hat die gesamte Sportwelt und die französische Nation erschüttert.

Die drei ehemaligen Sportstars starben bei einem Hubschrauber-Absturz in Argentinien während Dreharbeiten für die Reality-Show "Dropped". Die acht französischen Insassen und die beiden argentinischen Piloten kamen bei dem Absturz ums Leben.

Das Drama passierte 400 Meter nach dem Start, als zwei Hubschrauber kollidierten, abstürzten und in Flammen aufgingen.

Wiltord und Bernard unter Teilnehmern

Zu den Teilnehmern der Sendung "Dropped", bei der ehemalige Spitzensportler für mehrere Tage in einer einsamen Landschaft ausgesetzt wurden, gehörten auch Alain Bernard, 2008 Europas Schwimmer des Jahres und Frankreichs Sportler des Jahres, sowie der ehemalige Fußball-Nationalstürmer Sylvain Wiltord, Europameister 2000.

Beide waren schon ausgeschieden und zurück in Frankreich. "Ich trauere um meine Freunde und bin erschüttert und entsetzt. Ich finde keine Worte", twitterte Wiltord.

Für die Produktionsfirma der Show war es nicht das erste Unglück. 2013 wurde die Produktion einer anderen Realityshow gestoppt. Ein Teilnehmer war gestorben, der Arzt der Sendung hatte sich daraufhin das Leben genommen.

Camille Muffat
Camille Muffat holte bei den Olympischen Spielen 2012 in London Gold © Getty

Steffen und van Almsick betroffen

Die Bekannteste des prominenten Trios war Muffat. Die Olympiasiegerin von London über 400 m Freistil hatte im Vorjahr überraschend nach einem Streit mit ihrem Trainer ihre Karriere beendet.

Die zweimalige Olympiasiegerin Britta Steffen und die frühere Welt- und Europameisterin Franziska van Almsick reagierten mit großer Betroffenheit.

"Ich bin zutiefst geschockt", sagte Steffen: "Camille und ich sind einige Male miteinander geschwommen. Sie war eine sehr nette und faire Sportlerin. Es tut mir sehr leid. Mein Mitgefühl geht an ihre Familie." 

Auch zeigte sich schockiert: "Der Tod von Camille ist schrecklich und trifft mich tief. Ich habe sie 2012 bei ihrem Olympiasieg in London erleben dürfen, dort habe ich sie als eine sehr inspirierende Persönlichkeit kennengelernt."

Van Almsick ergänzte: "Das Leben ist ein großes Geschenk, Camille wurde es viel zu früh genommen. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden."

Alexis Vastine sw
Alexis Vastine gewann bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 Bronze © Getty Images

 

Vom Schicksal gebeutelt

Im Fall von Vastine und Arthaud endeten auf tragische Art und Weise zwei bewegte Leben voller Dramen.

Vastines Schwester Celia war erst vor zwei Monaten bei einem Autounfall gestorben.

Er selbst hatte stets das große Ziel Olympiasieg gehabt, und als er sich im Halbfinale von Peking 2008 und dem Viertelfinale von London betrogen fühlte, warf ihn das auch privat aus der Bahn.

Florence Arthaud
Florence Arthaud wurde 2011 unter dramatischen Umständen aus dem Meer gerettet © Getty

Koma und dramatische Rettung

Arthaud lag 1974 im Alter von 17 Jahren nach einem schlimmen Autounfall im Koma und war zwischenzeitlich gelähmt.

Sie verbrachte sechs Monate im Krankenhaus und brauchte zwei Jahre, um wieder vollkommen gesund zu werden.

2011 stürzte Arthaud ins Meer, als sie alleine vor Korsika segelte.

Mit einem wasserdichten Handy rief sie ihre Mutter an, diese alarmierte den Rettungsdienst, der die bereits schwer unterkühlte Arthaud per GPS ortete und rettete.

Frankreichs Sportler bestürzt - Reaktionen:

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