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© Getty Images/twitter.com/THEWRESTLEDAILY

München - Dass Wrestlingfans sich gewaltsam in die Show einmischen, ist keine Seltenheit. Die Art und Weise, wie das passiert, ist teils ebenso kurios wie die Gründe.

Es sah erschreckend aus, endete glimpflich: Mit einem Plastikkoffer warf ein Fan in Kanada nach dem WWE-Wrestler Roman Reigns, traf ihn am Hinterkopf.

Abgesehen von einer kurzen Behandlungspause passierte Reigns nichts, er blieb unverletzt. Der Fan handelte sich eine Verhaftung und lebenslanges Hausverbot bei WWE-Shows ein.

Vorfälle wie der Wurf mit dem Koffer, den die Liga dem Zuschauer selbst als Fanartikel verkauft hat, sind keine Seltenheit in dem Geschäft, in dem sich jetzt auch der frühere Fußballnationaltorhüter Tim Wiese versucht.

Wie im Fußball verführt auch im Wrestling die Aussicht auf etwas Aufmerksamkeit manche Fans an den Ort, der eigentlich den Kämpfern gehört. Was oftmals eine Spaßaktion sein soll, aber manchmal ernst gemeinte Gewalt in die Showgewalt bringt.

Fan warf Leiter mit Wrestler um

Die größte Bühne eroberte vor acht Jahren ein Zuschauer in Detroit für sich. Beim WrestleMania-Hauptkampf zwischen John Cena und Shawn Michaels stürmte ein Fan den Ring, um einen Strip hinzulegen. Harmlos, aber es zeigte, dass die Securities auch bei der größten und meistbewachten Show der Liga nicht ständig alles unter Kontrolle haben.

Eine solche Sicherheitslücke nutzte 2002 auch ein Flitzer für einen besonders perfiden Eingriff ins Ringgeschehen.

Er versuchte den mittlerweile verstorbenen Eddie Guerrero von einer Leiter zu schubsen - in einem Spezialmatch, in der diese für Flugaktionen der Kämpfer benutzt wird. Der erfahrene Guerrero landete jedoch auf seinen Füßen und schlug danach wütend in Richtung des Störers.

Wrestler dürfen sich wehren - nur nicht zu sehr

Dass Wrestler sich selbst körperlich wehren, dulden Wrestling-Promotions in der Regel, solange es dazu dient, unvorhergesehene Situationen unter Kontrolle zu bringen.

Im Jahr 2012 trieb der damalige WWE Champion CM Punk das zu weit. In einem geplanten Segment, in dem er vor seinem Gegner durch das Publikum flüchtete, geriet er dort mit mehreren Fans aneinander. Sie berührten Punk, stupsten ihn an, schubsten ihn.

Als ein Fan ihn zum wiederholten Mal anfasste, verpasste Punk ihm einen Schlag. Er und die Liga entschuldigten sich, auch dafür, dass die Situation nicht gut abgesichert wurde.

Viele Fans in der Halle dürften gar nicht gemerkt haben, dass es sich bei den Vorfällen um Aktionen handelte, die nicht im Skript standen: Dass Wrestler Fans provozieren, gehört schließlich zum Spiel. Und Eingriffe so genannter "Plants", falscher Fans, bei denen es sich in Wahrheit um Wrestler oder andere Akteure der Show handelt, sind ein beliebtes Stilmittel der Show. Realität und Fiktion inspirieren sich gegenseitig.

Fan-Attacke sollte Bewerbung sein

Eine kuriose Vermengung beider Varianten ereignete sich 2013 bei einer WWE-Veranstaltung in Südafrika.

Nach einem Match des WWE-Stars Randy Orton schlich sich ein Zuschauer von hinten an ihn an und verpasste Orton einen Schlag in die Weichteile. Der revanchierte sich mit einem Tritt, bei dem der Angreifer ein blaues Auge davontrug.

Dieser entpuppte sich später als ein junger Wrestler, jedoch keiner, der Teil der Show war. Er wollte die WWE stattdessen mit der Aktion auf sich aufmerksam machen, wie er selbst in einem YouTube-Video mitteilte - ganz im Stile seiner Vorbilder inszeniert.

Er wurde verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt.

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