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Gerd Jacobs starb im Alter von 55 Jahren
Gerd Jacobs starb im Alter von 55 Jahren © Imago

Der Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH) trauert um den früheren Kugelstoßer Gerd Jacobs.

Das staatlich anerkannte Dopingopfer starb am 4. Dezember im Alter von 55 Jahren in Neuhardenberg bei Berlin. 

Der DOH nahm den Todesfall zum Anlass, rechtliche Schritte gegen vermeintlich am Tode Jacobs' mitverantwortliche Personen einzuleiten und griff den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erneut scharf an.

Der DOH stellte zusammen mit dem Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke Strafanzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen die Leichtathletik-Trainer Werner Goldmann, Peter Paul Börner und Helga Börner, die Jacobs während seiner aktiven Zeit laut DOH mit Doping-Mitteln versorgt haben sollen.

Jacobs hatte 2004 ein Spenderherz erhalten und war laut DOH in der Folge auf eine erhöhte Medikamenteneinnahme angewiesen.

Diese habe schließlich zu seinem Tod geführt. Vor Olympia 2008 hatte Jacobs gegenüber seinem früheren Trainer Goldmann schwere Dopingvorwürfe erhoben und damit eine Debatte über mangelnde Aufarbeitung des ostdeutschen Zwangsdopingsystems eingeleitet.

Der Fall hatte damals für großes Aufsehen gesorgt, weil Goldmann trotz der Vorwürfe und trotz einer Strafzahlung von 4000 D-Mark, die er 1999 im Zusammenhang mit seiner Doping-Vergangenheit in der DDR hatte leisten müssen, als Trainer mit nach Peking durfte. Goldmann wollte sich am Freitag auf SID-Anfrage zur aktuellen Entwicklung nicht äußern.

"Die DOH-Todesliste wächst rasant. Das ist ungemein bitter. Was muss eigentlich noch passieren, wie oft muss noch gestorben werden, bis der organisierte Sport seinen Opfern endlich die Hand reicht und ihnen konkrete Hilfe anbietet?", fragte die DOH-Vorsitzende Ines Geipel angesichts des Todes von Jacobs.

Die Bundesregierung hat mittlerweile auf die Not der Dopingopfer reagiert und stellt einem entsprechenden Fonds für die nächsten zwei Jahre jeweils fünf Millionen Euro zur Verfügung. Gleichzeitig ermunterte der Bund den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), eine ähnliche Summe zu zahlen, doch dieser ziert sich bislang.

"Die Null-Verantwortungs-Politik des DOSB ist nur noch als Zynismus zu bezeichnen", meinte Geipel.

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