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Doping
Das Moskauer Anti-Doping-Labor darf keine Proben mehr analysieren © Getty Images

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat dem Moskauer Anti-Doping-Labor endgültig die Akkreditierung entzogen.

Damit darf das Labor in der Hauptstadt, das im Zuge des Skandals in der russischen Leichtathletik bereits seit dem 10. November gesperrt war, weiterhin keine Blut- und Urin-Proben analysieren. Nach Angaben der WADA hat das Moskauer Labor die Sperre bereits akzeptiert.

Daneben suspendierte die WADA auch das portugiesische Anti-Doping-Labor in Lissabon. Zu den Gründen wurden zunächst keine genaueren Angaben gemacht. Gegen die Entscheidung kann innerhalb von 21 Tagen vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch eingelegt werden.

Das Moskauer Labor war im November nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts einer unabhängigen Kommission unter Vorsitz des ehemaligen WADA-Vorsitzenden Richard Pound, die einen systematischen Betrugsskandal in der russischen Leichtathletik offengelegt hatten, vorläufig gesperrt worden. Nach "umfassender Überprüfung" durch ein unabhängiges Fachgremium beschloss das Exekutiv-Komitee der WADA nun den Entzug der Akkreditierung.

Russlands Sportminister Witali Mutko wertete die Entscheidung der WADA derweil als ersten Schritt zu einer erneuten Zulassung des Moskauer Labors. "Ich wünschte, diese Entscheidung wäre bereits vor einigen Monaten getroffen worden", sagte er der russischen Nachrichtenagentur TASS: "Ich hoffe, der Prozess zur Neu-Akkreditierung startet nun umgehend."

Die WADA widersprach dieser Darstellung jedoch umgehend. Die Neuakkreditierung "brauche ihre Zeit", sagte ein Sprecher der Anti-Doping-Agentur der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Der nächste Schritt ist es, das Labor zurück auf unseren Standard zu bringen."

Wegen zahlreicher und systematischer Vergehen gegen die Anti-Doping-Richtlinien hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF russische Sportler derzeit für alle internationalen Wettkämpfe gesperrt. Um das dadurch drohende Aus bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro doch zu verhindern, arbeitet Russlands neuer Leichtathletik-Verbandspräsident Dimitri Schliachtin unter Hochdruck an Reformen im Anti-Doping-Kampf.

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