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Olympics Day 3 - Fencing
Britta Heidemann gewann 2008 in Peking olympisches Gold © Getty Images

Die Olympiasiegerin hat sich große Ziele gesteckt. Die Kandidatin für die Athletenkommission des IOC will sich verstärkt für den Anti-Doping-Kampf einsetzen.

Für Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann ist der Anti-Doping-Kampf einer der Kernthemen ihrer Kandidatur für die Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). 

"Jeder Athlet, der sauber für Höchstleistungen kämpft, schaut bei jeder neuen Enthüllung ohnmächtig zu. Man fragt sich, wie das sein kann", sagte die Degenfechterin.

"Auf der einen Seite muss die Welt-Anti-Doping-Agentur noch weiter angestoßen werden, wie man gedopte Athleten und beteiligte Personen sanktioniert - das muss auch im Regelwerk festgelegt sein. Auf der anderen Seite geht es darum, noch besser präventiv zu arbeiten. Da muss sehr, sehr viel Arbeit reingesteckt werden", ergänzte die Olympiasiegerin von Peking.

Den Weltverband IAAF sieht die 33-Jährige bei der Frage nach einem möglichen Olympia-Ausschluss der russischen Leichtathleten vor einer "schwierigen Entscheidung". "Einerseits müssen natürlich Konsequenzen gezogen werden. Auf der anderen Seite ist nach unserem Rechtsverständnis jeder so lange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist", sagte Heidemann: "Im Umkehrschluss: Alle in Gemeinschaftshaft zu nehmen, finde ich keinen langfristigen Lösungsansatz. Vor allem nicht, wenn nur die Athleten sanktioniert werden."

Heidemann lässt Karriere-Fortsetzung offen

Die Wahl zur IOC-Athletenkomission findet während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) statt. Insgesamt bewerben sich 24 Sportler um vier Plätze. Die ehemalige Fechterin Claudia Bokel, die mit Heidemann 2004 in Athen Mannschaftssilber gewann, ist derzeit Vorsitzende der Kommission und damit auch Mitglied der mächtigen IOC-Exekutive, scheidet aber turnusgemäß aus.

Die Fortsetzung ihrer sportlichen Karriere ließ Heidemann, die sich nicht für die Spiele in Rio qualifizieren konnte, offen. "Das hängt auf der einen Seite davon ab, wie sich meine Achillessehne entwickelt. Stand jetzt kann ich nicht einmal schmerzfrei joggen. Das ist natürlich kein gutes Zeichen", sagte Heidemann: "Zum Zweiten hängt es davon ab, ob es mich noch einmal reizt, auf die Fechtbahn zu gehen. Ich glaube daran, dass man erfolgreich ist, wenn man Freude an etwas hat. Da muss ich einfach schauen, ob diese Freude wiederkommt."

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