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Viele russische Athleten waren wegen Dopings von den Spielen ausgeschlossen © Getty Images

Der Staatsdoping-Skandal in Russland bringt ein neues Anti-Doping-Gesetz mit sich. Die Vorlage des Erlassentwurfs soll im diesjährigen Herbst vorgestellt werden.

Ein neues Anti-Doping-Gesetz soll Russland nach dem Staatsdoping-Skandal wieder zu vollständiger Anerkennung in der Sportwelt verhelfen.

Entsprechende Pläne des von Staatspräsident Wladimir Putin eingesetzten Anti-Doping-Ausschusses bestätigte der Ausschuss-Vorsitzende Witali Smirnow am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau. "Eine unserer Hauptaufgaben ist es, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen. Die Anstiftung zu Doping und die Verwendung müssen sanktioniert werden können", sagte der 81-Jährige.

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Smirnow, der schon zu UdSSR-Zeiten dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angehörte und inzwischen IOC-Ehrenmitglied ist, kündigte die Vorlage eines Gesetzesentwurfes für eine der ersten Duma-Sitzungen nach den Parlamentswahlen am 18. September (Sonntag) an.

Kritik zurückgewiesen

Zugleich wies der Funktionär Kritik am angeblichen Mangel an Unabhängigkeit seines Gremiums und die Beteiligung staatlicher Organe an der Arbeit des Ausschusses als unbegründet zurück.

Russlands Sport war im vergangenen Juli durch den McLaren-Report der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) mit Beweisen für staatlich organisiertes Doping und die Vertuschung von Dopingfällen durch öffentliche Institutionen erheblich unter Druck geraten.

Nachdem der Leichtathletik-Werltverband schon zuvor russische Aktive wegen systeamtischen Dopings international gesperrt hatte, schlossen auch andere internationale Dachorganisationen auf Basis des McLaren-Reports vereinzelt Athleten von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro aus.

Das IOC verzichtete trotz der vorgelegten Beweise auf einen komplettes Ausschluss des russischen Olympia-Teams von den Wettbewerben in Brasilien und forderte von Russland lediglich Verbeserungen im Kampf gegen Doping, während das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hingegen Russland wegen Staatsdopings von den seit Mittwoch ebenfalls in Rio laufenden Paralympics ausschloss.

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