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Präsident Craig Reedie will sich mit der WADA besser vor Hackerangriffen schützen © Getty Images

Die Welt-Anti-Doping-Agentur reagiert auf die russischen Hackerangriffe und will ihr System und die Athleten besser schützen. Erste Schritte wurden eingeleitet.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat auf die jüngsten Veröffentlichungen der russischen Hacker-Gruppe Fancy Bears reagiert.

"Die WADA wird in diesem Fall von den höchsten Ebenen der internationalen Strafverfolgungsbehörden sowie den besten Cyber-Sicherheitsexperten unterstützt und beraten, um für die Athleten zu gewährleisten, dass das Meldesystem ADAMS sicher bleibt", heißt es in einer Mitteilung.

Fancy Bears hatte am Freitag ein drittes Paket mit medizinischen Berichten von Top-Athleten veröffentlicht. Zu den elf Sportlern gehören auch zwei Deutsche: Dokumente über Tennisspielerin Laura Siegemund, frischgebackene US-Open-Siegerin im Mixed, wurden ebenso ins Netz gestellt wie von Sportschütze Julian Justus. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der betroffenen Athleten auf 40.

Dopingvergehen hat keiner dieser Sportler begangen, da für die aufgeführten verbotenen Substanzen Ausnahmegenehmigungen vorlagen beziehungsweise kein Dopingtatbestand vorlag. Prominenteste Sportler der dritten Welle sind die Olympiasiegerinnen Mireia Belmonte (Spanien/Schwimmen), Nicola Adams (Großbritannien/Boxen), Laura Trott (Großbritannien/Radsport) und Kim Brennan (Australien/Rudern).

Athleten wehren sich

Brennan äußerte sich tief enttäuscht über die Stoßrichtung der Veröffentlichungen. "Zu unterstellen, dass es sich in meinem Fall um eine Form von Doping handelt, ist empörend", sagte die Australierin: "Dass Athleten wie ich eine lebensrettende medizinische Behandlung rechtfertigen müssen, ist enttäuschend."

Brennan habe im Januar 2014 nach einer anaphylaktischen Reaktion Adrenalin verabreicht bekommen, daher sei die Ausnahmegenehmigung notwendig gewesen.

"Es ist sehr unglücklich, dass die Ausnahmegenehmigungen auf Basis von teilweise vertraulichen medizinischen Informationen nun öffentlich diskutiert werden. Athleten sollten sich dafür nicht öffentlich rechtfertigen müssen", so die WADA.

Am Donnerstag hatten die Fancy Bears erstmals Berichte zu deutschen Sportlern veröffentlicht, darunter die Leichtathleten Robert Harting und Christina Obergföll.

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