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Munich 2018 Press Conference
Christian Neureuther ist unzufrieden mit dem IOC-Präsidenten Thomas Bach © Getty Images

Ex-Skifahrer Christian Neureuther ist "schwer enttäuscht" von Thomas Bach. Dessen Verzicht auf den Besuch der Paralympics bezeichnet Neureuther als "Offenbarungseid".

Der ehemalige Skifahrer Christian Neureuther hat IOC-Präsident Thomas Bach scharf attackiert.

 "So, wie sich Bach zuletzt in Rio gegenüber den Athleten präsentiert hat, wie er das russische Dopingthema wegmoderiert und die russische Whistleblowerin Julia Stepanowa fallen gelassen hat - darüber bin ich schwer enttäuscht. Was ist aus diesem ehemaligen Sportler geworden?", sagte Neureuther der Süddeutschen Zeitung.

Dass Bach auf einen Besuch der Rio-Paralympics, für Neureuther "eine der wichtigsten und integrativsten Ideen unserer Zeit, die dazu aus der olympischen Bewegung entstanden ist", verzichtet hatte, nannte er einen "Offenbarungseid". Der Vater von Ski-Ass Felix Neureuther fragte: "Verändert das Umfeld so den Menschen?"

Neureuther fordert Ende des Gigantismus

Neureuther, 1992 Presseattaché der deutschen Olympiamannschaft, machte auch Verbesserungsvorschläge. "Es gibt so viel Geld beim IOC, als Präsident hätte ich als erstes damit begonnen, ein weltweites, neutrales, unabhängiges Anti-Doping-System zu finanzieren", sagte er. Außerdem würde er "Staaten oder Nationale Olympische Komitees, die nicht mitziehen, von Spielen ebenso ausschließen wie Sportler, die gedopt haben".

Weiterhin forderte Neureuther (67), der Gigantismus bei Olympia müsse "ein Ende haben. Gib jedem Land die Freiheit, Spiele nach seinen Möglichkeiten zu gestalten - und nicht nach einem Bid Book, nach einer Ausschreibung, die Schuldenberge aufhäuft. Wir brauchen höchstens grünen Gigantismus."

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