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Julius Beucher ist Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes
Friedhelm Julius Beucher ist Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes © Getty Images

Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes beklagt den moralischen Verfall im Sport und erlaubt sich eine Spitze gegen IOC-Präsident Thomas Bach.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), hat mit emotionalen Worten den moralischen Verfall im Sport gegeißelt.

"Wir müssen aufpassen, dass Moral und Werte nicht den Fluss runtergehen - um nicht zu sagen den Bach", sagte Beucher bei der Ehrung des Behindertensportler des Jahres und verteilte damit einen Seitenhieb gegen den IOC-Präsidenten Thomas Bach.

"Wir müssen aufpassen, dass sich die Menschen nicht vom Sport abwenden", mahnte der 70-Jährige weiter. Beucher sorgt sich vor allem um die Entwicklung in Sachen Doping. "Doping ist Betrug, Betrug ist Kriminalität und Kriminalität gehört bestraft", sagte er: "Und wer wegsieht, schlägt sich in die Büsche und macht sich mitschuldig."

Das General Board des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) wurde vom DBS mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet, weil es im Gegensatz zum Exekutivkomitee des IOC unter Führung von Bach Russland komplett von den Spielen in Rio ausgeschlossen hatte. "Wir haben diese mutige Entscheidung honoriert, weil wir ein Zeichen setzen wollten", sagte Beucher.

Board-Mitglied Rita van Driel, die den Preis in Köln entgegennahm, betonte, dass der Weg zurück für Russland in die paralympische Familie nicht einfach werde: "Sie müssen nachweisen, dass es deutlich besser geworden ist."

Beucher betonte, dass die "Doping-Problematik" die größte Herausforderung des Sports sei: "Und dies reduziert sich nicht auf den Behindertensport."

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