vergrößernverkleinern
Donald Trump sorgt für Veränderungen in der Sportwelt © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Die Wahl von Donald Trump hinterlässt auch einige Fragen auf sportpolitischer Ebene. In einem Gremium gibt es Vorbehalte gegen den Republikaner.

Der Triumph des Republikaners Donald Trump hat in der Sportwelt für viel Aufsehen gesorgt. Doch nicht nur die Sportler selbst sind davon betroffen, auch auf die Sportpolitik hat die Wahl Trumps erhebliche Auswirkungen. Es geht um Olympia, WM-Ausrichtung und sogar ein Justizverfahren.

Die Stadt Los Angeles bewirbt sich für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024, doch mit Trump an der Spitze könnte das Unterfangen scheitern. Die amerikanische Stadt gilt gemeinsam mit Paris als Topfavorit auf die Ausrichtung.

Allerdings soll es im IOC Vorbehalte gegen Trumps radikale Ansichten geben, die die Stimmung drehen könnten.

IOC hat Vorbehalte gegen Trump

IOC-Präsident Thomas Bach deutete im Sommer bereits an, dass er kein Fan einer "selbstsüchtigen Welt, in der sich einige Menschen anderen für überlegen halten", sei. Ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl an Trump, der im Wahlkampf mit radikalen Ideen auffiel.

Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles bestätigte der BBC, dass es im IOC Vorbehalte gegen den Republikaner gibt: "Ein Amerika, dass sich nach außen verschließt, ist nicht gut für den Weltfrieden, für den Fortschritt und für alle von uns." Die IOC-Entscheider stammen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, da passen Trumps Ideen nicht zu jedem.

WM 2026 ohne USA?

Anders ist die Lage bei der Bewerbung für die WM 2026: Die USA gelten als Topfavorit, doch die geplante Aufstockung auf 40 oder gar 48 Teams macht eine Ausrichtung als alleinigen Gastgeber praktisch unmöglich. Geht es nach der FIFA sollen zwei Länder aus dem Trio Kanada/USA/Mexiko die WM ausrichten.

Video

Trumps Pläne mit Mexiko - Stichwort Mauer - sind bekannt, bliebe also nur die Kombination Kanada/USA. Denn eine WM in Nordamerika ohne die Vereinigen Staaten wäre kaum vorstellbar. 

In Sachen Fußballbegeisterung ist Mexiko jedoch die Nummer eins. Pikante Randnotiz: Am Freitag spielt die USA in der WM-Qualifikation gegen Mexiko. Wieder einmal muss der Sport hier zeigen, dass er stärker als Politik ist.

FIFA-Verfahren unter Trumps-Aufsicht

Apropos Fußball: Ein weiterer Punkt, bei dem Trumps Einfluss Veränderungen bewirken kann, ist das Verfahren gegen die FIFA-Funktionäre.

Im Mai 2015 erhob das US-Justizministerium Anklage wegen Geldwäsche, Annahme von Bestechungsgeld und Korruption. Nun liegt es an Trump, seinen obersten Justizbeamten zu benennen, der die Ermittlungen weiter führt. Topfavorit Rudy Giuliani ging in den 80er Jahren rigoros gegen die Mafia vor. 

Die Welt erwartet, dass die Ermittlungen weitergehen und alle Beteiligten herausgefunden werden.

Wachstum der Ligen gefährdet?

Die US-Profiligen NBA, NHL, MLB und NFL werden die Wahl ebenfalls interessiert verfolgt haben. Wollen sie doch außerhalb Nordamerikas weiter wachsen. Schon in den letzten Jahren wurden zahlreiche Spiele bereits außerhalb der USA ausgetragen. Doch Trumps im Wahlkampf häufig vorgebrachten Abschottungspläne könnten auch diese Bemühungen erschweren.

Video

Sadiq Khan, Londons Bürgermeister, hält den US-Teams weiter die Tür auf, was ein Gastspiel in Europa angeht. Allerdings könnten derartige Events in Zukunft eher abnehmen durch Trumps radikale Ideen in Handel und Wirtschaft.

Mexikaner löst Sponsoren-Vertrag auf

Innerhalb der Formel 1 hat Trumps Wahl bereits zu ersten Verwerfungen geführt. Der mexikanische Pilot Sergio Perez hat die Zusammenarbeit mit einem seiner Sponsoren aufgrund eines rassistischen Tweets nach der US-Wahl aufgekündigt.

Der Sonnenbrillen-Hersteller Hawkers hatte am Mittwoch nach Trumps Wahlsieg gepostet, die mexikanischen Bürger könnten "beim Bau der Mauer ihre weinenden Augen mit Hawkers-Sonnenbrillen schützen."

Perez, der bei Force India Teamkollege von Nico Hülkenberg ist, twitterte erbost: "Was für ein übler Kommentar! Ich breche heute meine Beziehung zu Hawkers Mexiko ab. Ich erlaube niemandem, sich über mein Land lustig zu machen."

Ob die Trennung des US-Teams Haas vom mexikanischen Piloten Esteban Gutierrez einen Zusammenhang mit der Wahl von Trump ins Präsidentenamt hat, ist nicht bekannt.

Außerdem dürften auf die Königsklasse beim geplanten Doppelpack der Rennen 2017 in Austin (22. Oktober 2017) und Mexiko-Stadt (05. November 2017) einige logistische Probleme zukommen, sollte der künftige amerikanische Präsident all seine Versprechen einlösen.

Nicht nur auf dem politischen Parkett muss Trump seiner großen Verantwortung nun gerecht werden, auch im Sport warten zahlreiche Herausforderungen auf den Republikaner.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel