vergrößernverkleinern
Die WADA soll im Kampf gegen das Doping mehr Kompetenzen erhalten
Die WADA lehnt Gefängnisstrafen für Dopingsünder ab © Getty Images

Dopingsünder sollen laut Welt-Anti-Doping-Agentur nicht mit Gefängnisstrafen belegt werden. Die WADA hat eine ganz andere Zielgruppe im Visier.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat sich gegen Gefängnisstrafen und die Kriminalisierung von Dopingsündern ausgesprochen.

"Die WADA findet nicht, dass Doping zu einer Straftat gemacht werden muss und glaubt nicht, dass es den Wunsch nach einem solchen Schritt in der Anti-Doping-Bewegung gibt", teilte die WADA mit.

Äthiopiens Sportler droht Gefängnisstrafe

Die WADA reagierte damit auf Berichte, dass Marathonläufer Girmay Birahun wegen eines positiven Tests auf die Substanz Meldonium die "Mindeststrafe" von drei Jahren Gefängnis befürchten muss. Der 22-Jährige hatte Rennen in Peking, Daegu und Ottawa gewonnen.

Äthiopiens Regierung hatte zuletzt strenge Gesetze gegen Dopingsünder verabschiedet, nachdem das Land noch im März 2016 wegen seines "entsetzlichen" Anti-Doping-Systems vom Leichtathletik-Weltverband IAAF verwarnt worden war.

Äthiopien müsste "dringend" mehr Dopingkontrollen in Training und bei Wettkämpfen durchführen, lautete die Forderung. Nach Informationen der FAZ hatte die regionale Anti-Doping-Agentur für Ostafrika in Äthiopien im WM-Jahr 2015 keine einzige Dopingprobe entnommen.

Hintermänner bestrafen

Statt die positiv getesteten Athleten mit Gefängnisstrafen zu sanktionieren, fordert Welt-Anti-Doping-Agentur, dass die Politik die Hintermänner ins Visier nimmt.

"Die WADA und ihre Partner in der Anti-Doping-Gemeinschaft ermuntern alle Regierungen, Gesetze zu erlassen, die diejenigen bestrafen, die verbotene Substanzen handeln und verbreiten; das sind schließlich diejenigen, die die verbotenen Stoffe in die Hände der Athleten legen", hieß es.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel