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Thomas Bach ist seit 2013 Präsident des IOC © Getty Images

In seiner Zeit als Chef des DOSB berät IOC-Präsident Thomas Bach ein deutsches Unternehmen - und lässt sich dafür fürstlich entlohnen.

Der heutige IOC-Präsident Thomas Bach hat zwischen 2005 und 2009 Hunderttausende Euro durch eine bislang unbekannte Beratertätigkeit verdient.

Dem Recherchezentrum Correctiv liegt ein entsprechender Vertrag Bachs mit dem Industriekonzern MAN Ferrostaal vor, der dem Wirtschaftsanwalt 125.000 Euro für 20 Arbeitstage pro Jahr und eine Tagespauschale von 5000 Euro bei Auslandsreisen einbrachte.

Für erfolgreiche Verkäufe im Wert von mehr als 29 Millionen Euro war in dem Vertrag ein "Sonderbonus" vorgesehen. Laut eines IOC-Sprechers hat Bach diesen Bonus nie erhalten.

"Keine Besonderheit"

Ein IOC-Sprecher teilte auf SID-Anfrage mit: "Es ist keine Besonderheit, dass ein Wirtschaftsanwalt Beratungsverträge unterhält. Diese Vertragsverhältnisse haben niemals zu irgendwelchen Beanstandungen geführt."

Erste nachhaltige Kontakte hatte der Fecht-Olympiasieger von 1976 Mitte der 80er Jahre als Adlatus von adidas-Chef Horst Dassler geknüpft. Dassler ist Gründer der Agentur ISL, die 2001 konkurs ging, nachdem gerichtlich belegt war, dass mehr als 130 Millionen Euro an Schmiergeldern an höchste Funktionäre flossen. Nachgewiesen sind Zahlungen zwischen 1989 bis 1999. Bach verließ adidas im Dezember 1987, neun Monate nach Dasslers Tod.

Verträge mit Holzmann und Siemens

In der Folgezeit kassierte Bach in Beratertätigkeiten Hunderttausende Euro. Bekannt wurden Kontrakte mit dem seit 2002 insolventen Baukonzern Philipp Holzmann sowie mit Siemens.

Das Dax-Unternehmen Siemens, das Bach mit bis zu 400 000 Euro pro Jahr entlohnte, geriet 2006 durch einen Schmiergeldskandal unter Druck und wurde in Deutschland und den USA zu einer Zahlung von mehr als einer Milliarde Euro verurteilt. Siemens ist eng mit der olympischen Bewegung verbunden, rund um die Spiele 2008 in Peking etwa sind Aufträge über ein Volumen von etwa 1,1 Milliarden Euro verbrieft. Bach arbeitete zwischen 2000 und 2008 für Siemens. Er selbst betonte stets, seine Ehrenämter und Beratertätigkeiten strikt getrennt zu haben.

Mit Antritt seiner IOC-Präsidentschaft hat Bach alle sonstigen Posten niedergelegt. Ausnahme ist der Aufsichtsratsvorsitz beim fränkischen Holzmaschinenkonzern Weinig AG.

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