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Sebastien Ogier konnte es am Samstag ruhig angehen lassen

Sebastien Ogier fährt nach einem Patzer seines Teamkollegen Jari-Matti Latvala in Großbritannien dem Sieg entgegen - Platz zwei heiß umkämpft

Weltmeister Sebastien Ogier (Volkswagen) liegt nach dem zweiten Tag der Rallye Großbritannien klar auf Siegkurs. Nachdem sich sein Teamkollege Jari-Matti Latvala nach einem Fahrfehler bei der ersten Wertungsprüfung des Tages aus dem Kampf um den Sieg verabschiedet hat, kann der Ogier seinen Vorsprung verwalten. Nach 17 von 23 Wertungsprüfungen liegt der Franzose 58,1 Sekunden von Mikko Hirvonen (Ford), der seinerseits nur 3,4 Sekunden Vorsprung vor Kris Meeke (Citroen) hat.

Latvala, der mit einem Rückstand von nur 6,6 Sekunden auf Ogier in den Samstag gestartet war, griff den Franzosen gleich am Morgen an - und übertrieb es. Kurz vor dem Ende der Wertungsprüfung "Clocaenog East 1" landete der Polo R des Finnen im Straßengraben. "Es war bis dahin eine wirklich gute Prüfung. Ich habe angegriffen und wollte um den Sieg kämpfen. Diese Kurve war sehr rutschig, beim Anbremsen habe ich den Motor abgewürgt und bin dann rückwärts in den Graben gerutscht", berichtet Latvala.

Erst nach mehr als drei Minuten befreite sich Latvala mit Hilfe einiger Zuschauer aus der misslichen Lage. Zu allem Überfluss verlor der Polo R bei dem Unfall auch den Heckspoiler, woraufhin Latvala bei den nächsten Wertungsprüfungen mit einem schwer kontrollierbaren Auto kämpfte. Nach den neun Prüfungen des Samstags belegt der Finne mit einem Rückstand von 3:28.1 Minuten Gesamtrang acht.

Ogier kontrolliert das Tempo

Nachdem sein einzig verbliebener Rivale im Kampf um den Sieg zurückgefallen war, nahm Ogier unverzüglich Tempo heraus und ging dazu über, seine Führung zu verwalten. "Von dem Moment an, an dem ich Jari-Matti stehen sah, habe ich meinen Rhythmus verändert", sagt Ogier. "Ich kann mir erlauben, ein wenig herauszunehmen, aber es ist noch ein langer Weg. Mein Ziel ist aber nicht, Schnellster zu sein."

Vom "Schongang" des Weltmeisters profitierte vor allem sein Teamkollege Andreas Mikkelsen. Der junge Norweger, der nach seinem Unfall vom Freitag am Samstag unter Rallye2-Regel startete, zeigte seine Klasse auf und gewann fünf der neun Wertungsprüfungen. Und das zum Teil unter erschwerten Bedingungen, denn am Nachmittag konnte sich Mikkelsen nach einem Ausfall des Intercom-Systems nicht mit Beifahrer Ola Floene verständigen. "Das Team hat beim Service den falschen Helm gewechselt. Denjenigen, der vor der Mittagspause nicht funktioniert hat, haben sie jetzt Ola gegeben", ärgert sich Mikkelsen.

Für Spannung sorgte am zweiten Tag, der bei trockenen und kühlen Bedingungen stattfand, nach dem Ausrutscher von Latvala der Kampf um Platz zwei, in dem zunächst neben Hirvonen und Meeke auch noch Mads Östberg (Citroen) mitmischt. Zeitweise waren alle drei Piloten nur durch 1,4 Sekunden voneinander getrennt, doch dann erhielt Östberg werden eines zu späten Starts in Wertungsprüfung zwölf eine Zeitstrafe von zehn Sekunden - aus seiner Sicht zu unrecht.

Östberg hadert mit Strafe

"Aus meiner Sicht ist das nicht in Ordnung. Es war knapp, aber ich meine wir sind in der richtigen Minute gestartet", sagt er. Bei Wertungsprüfung 15 verabschiedete sich Östberg dann endgültig aus dem Kampf um Platz zwei, nachdem er wegen eines delaminierten Reifens mehr als 20 Sekunden verlor. Der Norweger muss am Schlusstag nun Position vier gegen Thierry Neuville (Hyundai) verteidigen, der 3,3 Sekunden Rückstand auf Östberg hat.

Elfyn Evans und Ott Tänak (beide Ford) folgen auf den Positionen sechs und sieben. Hinter Latvala belegt Henning Solberg (Ford) Gesamtrang neun. Der Gaststarter aus Norwegen hatte am Mittag zusammen mit Beifahrerin Ilka Minor die Zuschauerprüfung "Chirk Castle" gewonnen und damit als erster Fahrer die Volkswagen-Dominanz durchbrochen. Martin Prokop (Ford) komplettiert die Top 10, Robert Kubica (Ford) belegt nach einer durchwachsenen Vorstellung Gesamtrang zwölf.

Am Schlusstag der Rallye Großbritannien, der um 9:33 Uhr MEZ startet, warten noch einmal sechs Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von allerdings nur noch 46,12 Kilometern auf dem Programm. Nach der Powerstage steht dann gegen kurz nach 13:30 Uhr der letzte Sieger der WRC-Saison 2014 fest.

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