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Er kann es noch immer: Sebastien Loeb legte beim Shakedown die Bestzeit hin
Rekord-Champion Sebastien Loeb kehrt einmalig ins Rallye-Cockpit zurück © Citroen

Citroen startet die WRC-Saison 2015 mit einem runderneuerten Boliden: In Monte Carlo steht das Comeback von Sebastien Loeb im Mittelpunkt des Interesses

Die große Story der Rallye Monte Carlo ist das einmalige Comeback von Rekord-Weltmeister Sebastien Loeb. Der Franzose kehrt vom Tourenwagen-Cockpit zurück in seinen Citroen DS3 WRC und wird sich ein weiteres Mal dem Duell mit Sebastien Ogier (Volkswagen) stellen. "Als Citroen mir die Chance bot, diese Rallye zu fahren, habe ich nicht lange überlegt. Monte Carlo wird auf französischen Straßen gefahren. Ich liebe die Atmosphäre und die Fannähe", schwärmt Loeb von diesem Rallye-Klassiker.

"Ich freue mich auch darauf, wieder dieses besondere Gefühl im DS3 WRC zu haben. Beim ersten Testtag musste ich mich erst wieder an alles gewöhnen, aber alles kam sehr schnell zurück. Der Fahrstil ist natürlich ganz anders, als ich es mit dem C-Elysee in der WTCC gewöhnt bin", sagt Loeb. "Mit Vierradantrieb und auf normalen Straßen muss man viel mehr improvisieren. Die Tests waren sehr nützlich, aber es ist immer schwierig, sich für die Rallye Monte Carlo vorzubereiten. Man kann die Verhältnisse nie vorhersagen."

Mit Spannung wird erwartet, wie sich Loeb nach einem Jahr Pause im Vergleich zur Konkurrenz präsentieren kann. "Mein Ziel ist es, konkurrenzfähig zu sein. Man darf aber nicht vergessen, dass ich seit einem Jahr keine Rallye auf diesem Level bestritten habe. Ich werde aber mein Bestes geben. Sollte ich um den Sieg kämpfen können, dann wäre es natürlich großartig." Citroen erwartet sich von Loeb einiges, denn er ist neben Kris Meeke für die Hersteller-WM nominiert. Mads Östberg wird einen dritten Boliden steuern.

Der DS3 WRC hat nicht nur ein neues Design erhalten, er wurde auch unter der Haube in vielen Bereichen modifiziert. Dazu zählen der Motor, die Aufhängung, die Aerodynamik und das Getriebe. "Wir haben uns auf den Motor konzentriert, damit er mehr Leistung und Drehmoment generiert", sagt Technikdirektor Xavier Mestelan-Pinon. Außerdem sind ab diesem Jahr wieder Schaltwippen erlaubt.

"Andere signifikante Veränderungen betreffen die Aerodynamik, denn es gibt einen neuen Spoiler und eine überarbeitete Frontpartie" geht Mestelan-Pinon ins Detail. "Außerdem verwenden wir leichtere Bauteile. Es wurde auch die Kinematik der hinteren Radaufhängung überarbeitet. In den nächsten Monaten wird es noch weitere Aerodynamikupdates geben." Mit diesen Verbesserungen will Citroen auf die Siegerstraße zurückkehren, nachdem die Franzosen im Vorjahr keine einzige Rallye gewinnen konnten.

Für die komplette Saison ist die Fahrerpaarung Meeke und Östberg bestätigt. Sie sollen in ihrem zweiten Jahr bei Citroen gegen das Volkswagen-Trio kämpfen. Meeke startet zum siebten Mal bei der Rallye Monte Carlo, aber erst zum zweiten Mal in einem WRC-Boliden. "2014 habe ich die meisten Rallyes zum ersten Mal besucht. Ich habe dabei viel gelernt und gesehen, wie wichtig die Erfahrung ist", sagt Meeke. Im Vorjahr wurde er in Monte Carlo sensationell Dritter.

"Generell machen alle Fahrer in ihrem zweiten vollen Jahr Fortschritte. Ich hoffe, das wird auch bei mir der Fall sein. Die Arbeit am DS3 wird uns auch helfen, schneller zu fahren. Citroen hat bei der 'Monte' schon viele Erfolge gefeiert und verfügt über viel Erfahrung. Man kann keine Vorhersagen treffen, aber es ist ein Vorteil, wenn man auf die Erfahrung des Teams zählen kann. Ich möchte um Spitzenplätze kämpfen", kündigt Meeke an.

Teamkollege Östberg wird auch erst zum dritten Mal die Rallye Monte Carlo in Angriff nehmen. Bisher erreichte der Norweger die Ergebnisse sechs und vier. "Es ist für mich sehr positiv, dass ich bei Citroen weitermachen darf. Ich habe im vergangenen Jahr mit dem neuen Auto und im neuen Team viel gelernt. Es ist immer schwierig, sich zu Jahresbeginn Ziele zu setzen. Ich will mich steigern und nehme jede Rallye wie sie kommt. Hoffentlich zahlt sich diese Herangehensweise aus", meint Östberg. "Monte Carlo ist potenziell die schwierigste Rallye des Jahres."

"Alles hängt von den Bedingungen ab, denn der Asphalt kann trocken oder nass sein, oder es gibt Schnee und Eis. Manchmal gibt es alles gleichzeitig. Das kann eine große Herausforderung sein. Um eine gute Rallye zu fahren, muss man die richtige Reifenwahl treffen, einen guten Aufschrieb und eine gute Schotter-Crew sowie das richtige Team haben." Citroen setzt außerdem einen DS3 R5 für Stephane Lefebvre ein.

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