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Felix Neureuther im Cockpit
Felix Neureuther gibt sein Motorsport-Renndebüt © dpa

Felix Neureuther verliert das Skistar-Duell gegen Marcel Hirscher. Doch der Deutsche ist vom Motorsport-Virus infiziert.

Felix Neureuther zögerte kurz, dann winkte er ab. Nein, diese Schlappe kann er verschmerzen.

"Hier steht der Spaß im Vordergrund. Das Sportliche ist nicht so wichtig. Es gibt schlimmere Niederlagen", sagte Neureuther SPORT1.

Der 31-Jährige hatte am Samstag im Rahmenprogramm der DTM auf dem Red Bull Ring in Spielberg beim Audi TT Cup sein Rennsport-Debüt gefeiert. In der Nachwuchsserie traten unter anderem auch seine beiden Alpin-Konkurrenten Marcel Hirscher und Aksel Lund Svindal als Gastfahrer an. Im internen Skistar-Duell ließ Neureuther den Norweger Svindal zwar hinter sich, unterlag aber dem Gesamtweltcupsieger aus Österreich.

Eigentlich hatte er seine beiden Konkurrenten hinter sich lassen wollen. Im Ziel hatte Neureuther als 23. und Vorletzter 56,9 Sekunden Rückstand auf Sieger Jan Kisiel aus Polen und 8,2 Sekunden Rückstand auf Hirscher. Am Sonntag im zweiten Rennen hat er aber zumindest noch die Chance auf eine Revanche.

Doch Neureuther genießt sein erstes Rennwochenende sowieso sichtlich, saugt alle Eindrücke auf, die Atmosphäre mit Fahrerlager, dröhnenden Motoren, Action in der Boxengasse und im Rahmenprogramm, schließlich ist er erstmals ein aktiver Teil davon. Und das alles dann noch vor einem beeindruckenden Alpenpanorama.

"Das hat Suchtpotenzial"

"Wenn man das Ganze hier erleben darf, ist das etwas Einzigartiges. Wir vom TT Cup haben so ein kleines Zeltchen ganz hinten. Und wenn man in die Boxengasse schaut, versteht man, dass im Motorsport genügend Leute sehr viel Geld in die Hand nehmen, um dabei zu sein. Das hat Suchtpotenzial", gab Neureuther auf SPORT1-Nachfrage zu.

Dabei hatte sich das Trio im Hauruck-Verfahren auf den Einsatz in Spielberg vorbereitet. In Neuburg drehten die drei Skistars 15 Runden, sozusagen als Warm up. Doch rund 160 km/h im Schnitt, auf der Geraden sogar 230 in der Spitze, knapp 30 Minuten lang, sind eine Herausforderung. Neureuther, Hirscher und Svindal wurden mit jeder Session, mit jeder Runde besser und schneller, fanden sich in den Boliden und auf der Strecke immer besser zurecht und lernten praktisch in Quantensprüngen dazu. "Vom Nasenbohrer zum Fast-Rennfahrer", fasste es Hirscher zusammen.

Schwierig war es für das Trio vor allem, die Konzentration hochzuhalten. Nicht müde im Kopf zu werden, den Fokus zu behalten, da die drei im Grunde ihr eigenes Rennen fuhren. "Wenn man sich die Zeiten anschaut, können wir aber sehr, sehr zufrieden sein", sagte Neureuther.

Beim Start mehr riskiert

Er hatte zwar in der Nacht vor seinem Debüt schlecht geschlafen, doch beim Start war er zunächst hellwach. "Ich habe ein bisschen mehr riskiert als Marcel und Aksel", sagte Neureuther, der von sich selbst überrascht war, wie gut er selbst durchkam. Doch das Glücksgefühl hielt nur ganze drei Kurven. "Dann habe ich irgendwo eingefädelt und bin herausgerutscht."

Der 31-Jährige machte das Beste daraus und lieferte sich ein packendes Privatduell mit Svindal. "Er muss mir eigentlich ein bisschen Platz lassen, wenn wir nebeneinander sind. Er hat mich dreimal aufs Gras gedrückt. Ich weiß nicht, ob das laut Reglement erlaubt ist", sagte Svindal mit einem Augenzwinkern.

Neureuther war das herzlich egal. "Ich habe gelacht", sagte er. Denn der Spaß steht ja schließlich im Vordergrund.

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