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Gibt es bald keine Motorrad-WM mehr auf dem Sachsenring?
Gibt es bald keine Motorrad-WM mehr auf dem Sachsenring? © Getty Images

ADAC-Motorsportpräsident Hermann Tomczyk gibt dem Sachsenring eine "allerletzte Chance". Der Strecke droht weiter der Verlust der Motorrad-WM.

Dem Sachsenring droht weiter der Verlust der Motorrad-WM. Kurz vor dem Rennwochenende hat ADAC-Motorsportpräsident Hermann Tomczyk die Verantwortlichen vom Sachsenring-Rennstrecken-Management (SRM) wegen der anhaltenden Probleme in Sachen Finanzen, Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen unter Druck gesetzt.

"Die SRM hat jetzt eine allerletzte Chance. Wenn nicht bis zur zweiten Augustwoche geliefert wird, wird es im kommenden Jahr keinen Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring geben", sagte der 65-Jährige der Bild.

Grundsätzlich hat sich der ADAC mit WM-Vermarkter Dorna auf einen neuen Fünfjahresvertrag geeinigt.

"Es wird in den nächsten Jahren einen MotoGP-Lauf in Deutschland geben", stellte Tomczyk klar. Die kommende Vereinbarung wird aber wohl nicht mehr an einen Austragungsort gebunden sein. "Andere deutsche Rennstrecken haben seit langer Zeit großes Interesse signalisiert und würden den Lauf mit Kusshand nehmen", so Tomczyk.

Seit 1998 ist die WM ununterbrochen auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal zu Gast. 2003 waren erstmals über 200.000 Fans am gesamten Rennwochenende an der Strecke, von da an wurde diese Zuschauerzahl abgesehen von 2012 immer übertroffen. Der Rekord datiert von 2011 (230.133).

Dennoch gelingt es der SRM GmbH nicht, schwarze Zahlen zu schreiben. Auch mit den Grundstückseigentümern gibt es Schwierigkeiten.

"Der deutsche Grand Prix muss nicht zwingend immer dort stattfinden", hatte Tomczyk bereits im Frühjahr im SID-Gespräch erklärt: "Allerdings ist der Sachsenring derzeit sicherlich die beste Strecke für diese Veranstaltung."

Das Thema sei "schwierig und trotz des großen Erfolges der Veranstaltung kein Selbstläufer. Es ist ein Problem am Sachsenring, die Bedingungen mit allen Beteiligten so zu gestalten, dass die Veranstaltung langfristig tragbar ist."

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