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Oschersleben - Trotz des großen Medienaufgebots gibt Mick Schumacher bei den Tests der ADAC Formel 4 keine Interviews. Dafür sprechen seine Managerin und der Team-Geschäftsführer bei SPORT1.

Aus Oschersleben berichten Tobias Wiltschek, Daniel Becht und Moritz Blume

Es ist halb zehn, als sich die Vorhänge des Teamzeltes öffnen. Zu sehen bekommen die wartenden Journalisten und Fotografen aber nicht die Piloten, sondern nur deren Fahrzeuge. (Die ADAC GT Masters und die ADAC Formel 4 auf SPORT1)

Mick Schumacher weilt zu der Zeit noch gemeinsam mit seinen Kollegen Harrison Newey - Sohn von Formel-1-Stardesigner Adrian Newey - und Joey Mawson im Truck seines Teams Van Amersfoort Racing.

Schumachers Versteckspiel

Es dauert eine weitere halbe Stunde, bis sich endlich auch der Sohn des Formel-1-Rekordchampions zeigt - gekleidet im schwarzen Rennanzug, auf dem Kopf ein neongelber Helm. Durch das geöffnete Visier sieht man nur die Augen.

Es ist der sichtbare Ausdruck dessen, was schon im Vorfeld des ersten und einzigen offiziellen Tests der ADAC Formel 4 in der Motorsportarena von Oschersleben angekündigt wurde. Von Mick, gerade erst 16 Jahre alt geworden, wird man wenig sehen und noch weniger hören. (Der Auftakt der ADAC Formel 4 am 25. und 26. April in Oschersleben live im TV auf SPORT1)

Nur zwei Mal und nur für wenige Augenblicke sieht man ihn ohne Helm. Was in ihm vor sich geht, erfahren die Journalisten einstweilen nicht von ihm, sondern von seiner Managerin Sabine Kehm.

Kehm schützt Schumacher

Der Medienrummel bei Mick Schumachers erstem Test war groß © Sport1

"Er ist schon beeindruckt und möchte natürlich auch nichts falsch machen. Und er möchte auf keinen Fall das Gefühl haben, dass er dem Team nicht das liefert, was es von ihm erwartet", sagt Kehm zu SPORT1.

Von ihm selbst wird es noch keine Statements geben. "Er macht erst mal gar keine Medienarbeit, damit er seine volle Konzentration auf die Arbeit mit dem Team richten kann", erklärt Kehm, die auch schon Micks berühmten Vater während seiner so außerordentlich erfolgreichen Karriere betreute.

Bis dahin ist es für Mick natürlich noch ein weiter Weg. Über zwei zweite Plätze bei der Deutschen Kart-Meisterschaft und der Kart-WM empfahl er sich im vergangenen Jahr für höhere Aufgaben.  

Abgang ins Kiesbett

Der nächste Schritt ist aber ein ganz großer. In der Formel 4 ist der Bolide 100 Kilogramm schwerer, die Motoren erzeugen 130 PS mehr Leistung. Dazu zwingen die freistehenden Räder zu einer völlig anderen Fahrweise.

"Er wird ganz viele Erfahrungen schon im sportlichen Bereich sammeln müssen", sagt Kehm.  

Die erste folgt in Oschersleben bereits während der ersten Trainingsrunden. Am Ausgang der "Triple", einer dreifachen Linkskurve, bricht sein Heck aus. Er reagiert schnell und kann einen Dreher verhindern, indem er kurz die Strecke verlässt.

"Die Fahrer müssen nach dem Maximum suchen. Um das Limit zu finden, muss man manchmal abfliegen“ erklärt Rob Niessink, der Geschäftsführer von Van Amersfoort Racing, SPORT1.

"Schumacher nicht wegen Namen geholt"

Der niederländische Rennstall hat Erfahrung mit der Entwicklung von Talenten. Erst vor wenigen Monaten verließ der erst 17-Jährige Max Verstappen das Team direkt in Richtung Formel 1.

Auch bei Schumacher erkennt das Team großes Potenzial. "Er hat bei uns nicht wegen seines Namens unterschrieben, sondern wegen seines Talents und seiner Geschwindigkeit", sagt Niessink.

Am ersten Trainingstag deutet Schumacher schon mal an, dass er auch in der Formel 4 mit den Schnellsten mithalten kann. In der zweiten Session umkurvt er die 3,7 Kilometer lange Strecke in 1:27,766 Minuten und belegt damit Platz fünf in der Zeitentabelle.

Ob auch er selbst mit seiner Premiere zufrieden war? Es ist zumindest zu vermuten.

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