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Oschersleben - Mick Schumacher feiert einen emotionalen ersten Sieg. Der Vater ist allgegenwärtig, doch Schumacher junior beweist, dass er Fortschritte macht - nicht nur auf der Strecke.

Aus Oschersleben berichtet Carsten Arndt

Die gesamte Anspannung eines Wochenendes entlud sich in einer ausgelassenen Champagner-Dusche.

Als Mick Schumacher unter dem großen Jubel der Fans das Podium betrat und mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht den Siegerpokal in die Höhe reckte, schien für ein paar Minuten alles vergessen.

Drei Tage voller Stress, Blitzlichtgewitter und fast unmenschlicher Erwartungen lösten sich in diesen Augenblicken in Luft auf.

Erster Sieg eingefahren

Mit einer beeindruckenden Leistung hatte der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher wenige Minuten zuvor den ersten Sieg in der ADAC Formel 4 unter Dach und Fach gebracht.

Der Moment, als er als Erster über die Ziellinie fuhr, ließ die Fans in der Motorsport Arena von alten Zeiten träumen.

Der Vater immer dabei

Denn ob Mick will oder nicht, sein Vater ist allgegenwärtig. Rund um die Strecke prangten die Ferrari-Banner, das berühmte rote Cap, das auch sein Vater stets getragen hatte, zierte zahlreiche Köpfe.

Mehr noch: Als sich das Van Amersfoort-Team im Zelt zum Gruppenfoto aufstellte, bedachten die Fans den vermeintlichen Wunderknaben mit laustarken "Schumi, Schumi, Schumi"-Rufen und sorgten für absolute Gänsehaut-Atmosphäre.

Lob der Experten

Umso beeindruckender wie Schumacher Junior all das, was in den letzten Tagen auf ihn eingeprasselt war, wegsteckte.

"Ich bin total beeindruckt, wie der Junge mit diesem Druck umgegangen ist", lobt SPORT1-Experte Patrick Simon: "Jedes Mal wenn er das Zelt aufgemacht hat, waren 100 Kameras auf ihn gerichtet."

Aufnahmen von ihm gibt es mittlerweile in der Tat genug. In allen erdenklichen Situationen, aus allen erdenklichen Blickwinkeln.

Immer mit Helm unterwegs

Anfangs gab es ihn meist nur mit Helm zu sehen. Ein Schnappschuss "oben ohne" war bei den ersten offiziellen Testfahrten Oschersleben vor wenigen Wochen noch eine absolute Rarität.

Doch schon im Verlauf des Auftakt-Wochenendes war zu bemerken, dass dem jungen Schumacher der Rummel um seine Person zwar nach wie vor suspekt ist, er aber ganz leise im Begriff ist, sich zumindest damit abzufinden.

Erstes Interview überhaupt

Am Samstag gab der junge Nachwuchspilot auf dem Podium dann sogar das erste offizielle Interview seiner noch jungen Karriere. Zwar noch etwas nervös, aber durchaus offen sprach er über den Pokal als besten Rookie des Feldes.

Auch beim offiziellen Fototermin aller Fahrer zwischen den beiden Rennen am Sonntag machte er einen gelösten Eindruck, ehe er wenig später mit einem Grinsen im Gesicht ein sympathisches Sieger-Interview gab.  

"Das ist unglaublich. Gratulation ans Team. Ich habe nicht mit so einem Start gerechnet, aber ich bin sehr froh darüber", gab sich Schumacher bei SPORT1 bescheiden.

Lob vom Teamchef

Teamchef Frits van Amersfoort wählte da schon etwas größere Worte: "Wir haben heute gesehen, was Mick alles kann".

Und das ist offensichtlich eine ganze Menge. Schumacher präsentierte sich gerade abseits der Strecke unglaublich lernfähig.

Innerhalb von drei Tagen wurde aus dem "Phantom" Schumacher, das selbst die Konkurrenz nie zu sehen bekam der strahlende Sieger auf dem Podium von Oschersleben.

"Ich wünsche mir, dass er das Lächeln, das er das ganze Wochenende auf den Lippen hatte weil er Rennen fahren durfte, beibehält und wir noch viele viele Jahre großen Spaß an ihm haben werden", hofft Patrick Simon.

Auch wenn der Name seines Vaters immer ein Thema sein wird. Mick Schumacher hat seine ersten eigenen Fußspuren in der Motorsport-Welt hinterlassen.

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