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Schumacher
Mick Schumacher fährt zwei Mal am Nürburgring in die Top Ten © ADAC

Nürburgring - Mick Schumacher startet mit zwei Top-Ten-Platzierung in die zweite Saisonhälfte der Formel 4. Die Ausgangsposition für das Rennen am Sonntag ist hervorragend.

Kaum ist die Familie da, läuft es bei Mick Schumacher.

Zumindest besser als zuletzt. Nach einer größtenteils durchwachsenen und teilweise auch enttäuschenden ersten Saisonhälfte merkte man Schumacher deutlich an: Er will durchstarten.

Gut im Training, stark im Qualifying und erfolgreich in den ersten beiden Läufen des fünften Rennwochenendes der Formel 4 auf dem Nürburgring: Der 16-Jährige belohnte sich am Samstag mit zwei Top-Ten-Resultaten und insgesamt zehn Punkten.

Zweitbeste Ergebnis in der Saison

Es waren die ersten Zähler seit Anfang Juni und Platz sechs im zweiten Lauf am Samstagnachmittag zudem das zweitbeste Ergebnis nach seinem Sieg zum Auftakt in Oschersleben.

In der Gesamtwertung verbesserte er sich mit 38 Punkten auf Platz 13, in der für ihn noch wichtigeren Rookie-Wertung machte er mit nunmehr 142 Zählern einen Sprung auf Rang vier.

Auf dem Nürburgring zehrte er ganz offenbar auch von der Anwesenheit seiner Familie. Mama Corinna, Schwester Gina und auch Onkel Ralf Schumacher schauen sich den 16-Jährigen in der Formel 4 erstmals live vor Ort in Aktion an. Und sorgten für einen Extra-Schub an Motivation. An Ehrgeiz. Und vor allem auch an Geschwindigkeit.

"Er ist ein lieber Junge und liebt seine Familie. Und wenn die alle da sind, hat er sicherlich ein paar PS mehr", sagte Teamchef Frits van Amersfoort SPORT1.

Viel Trubel um Schumacher

Mit der, auch aufgrund der Nähe zu Schumachers Geburtsstadt Kerpen, auf dem Nürburgring wieder gestiegenen Aufmerksamkeit kann der Youngster problemlos umgehen. Dass sich rund um das Teamlager und auch unmittelbar vor den Rennen rund um seinen Boliden Menschentrauben bildeten – geschenkt.

Schumacher konzentriert sich auf seine Auftritte und seine Ausbeute. Mit der ist van Amersfoort zufrieden, mit dem Dienstauto allerdings nicht. "Er ist unheimlich talentiert, aber er braucht noch viel Zeit, um sein Talent für sich arbeiten zu lassen. Das Auto ist aber auch nicht einfach", sagte er.

Das Problem: Der Bolide stellt das Team von Van Amersfoort Racing derzeit vor ein mittelgroßes Rätsel, nachdem die Testfahrten an gleicher Stelle vor einigen Wochen eigentlich vielversprechend liefen. War das Auto damals schnell, ist es für die Ansprüche nun zu langsam. Warum? Da tappt das Team im Dunkeln.

"Balance ist nicht so gut"

"Die Balance ist nicht so gut, so dass wir nicht viel Geschwindigkeit in die Kurve mitnehmen können und deswegen auch ziemlich langsam rauskommen. Dadurch sind ein paar Zehntel weg. Und das ist auf dem Nürburgring pro Runde sehr viel", sagte van Amersfoort.

In der Tat konnte Schumacher mit dem Speed an der Spitze nicht mithalten, sein Teamkollege Joey Mawson, vor dem Rennwochenende noch Gesamtzweiter, wurde in beiden Läufen sogar nur Achter.

Was das Team tun kann? Im Grunde nicht wirklich viel, zumindest nicht kurzfristig. Vor allem muss man bei Änderungen am Setup oder an der Balance vorsichtig sein, nicht in die falsche Richtung zu arbeiten und alles noch schlimmer zu machen. Den Schalter umlegen und alles läuft – so einfach ist das im Motorsport nicht.

"Wir müssen uns noch etwas einfallen lassen. Im Grunde können wir immer ein gutes Auto hinstellen, aber dieses Mal bin ich nicht glücklich damit. Aber das ist nicht so einfach von einem Rennen zum nächsten", so van Amersfoort.

Ausgangslage für Sonntag blendend

Dabei ist die Ausgangslage für Schumacher blendend.

Denn nach seinem neunten Platz im ersten Rennen geht er im dritten Lauf am Sonntag (ab 15.30 Uhr LIVE im TV und im STREAM bei SPORT1) aufgrund der umgekehrten Startaufstellung der Top Ten als Zweiter ins Rennen.

Probleme mit dem Auto hin oder her: Genauso hatte er in Oschersleben beim Saisonauftakt seinen bislang einzigen Sieg in der Nachwuchsserie geholt.

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