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Mick Schumacher
Mick Schumacher (l.) und Joey Mawson (r.) kämpfen um den Titel in der ADAC Formel 4 © ADAC Motorsport

München - Mick Schumacher geht mit Optimismus in das letzte Rennwochenende der ADAC Formel 4 und den Showdown im Titelkampf. SPORT1 zeigt, wie der 17-Jährige das Blatt noch wendet.

Mick Schumacher lässt alles auf sich zukommen. Er versucht es zumindest.

Denn natürlich weiß der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, was ein Titelgewinn in der ADAC Formel 4 am kommenden Wochenende in Hockenheim (1. Rennen, Sa., ab 11.55 Uhr LIVE auf SPORT1 und im LIVESTREAM) bedeuten würde. Es wäre nicht nur der größte Erfolg in der noch sehr jungen Karriere des 17-Jährigen. 

Es wäre zugleich auch ein kleines Omen für seinen weiteren Weg. Schließlich haben die aktuellen Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein alle auf dem Weg in die Motorsport-Königsklasse in einer ADAC-Nachwuchsserie den Titel geholt.

Kein spezieller Plan

Doch daran denkt Schumacher nicht. Noch nicht. "Es gibt keinen speziellen Plan, ich gehe das Wochenende an wie alle anderen davor. Also Schritt für Schritt, und dann das Beste daraus machen", sagte Schumacher vor dem direkten Duell mit Joey Mawson (Van Amersfoort Racing).

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Im Grunde hat er aus dieser Saison, seiner zweiten in der  Formel 4, schon das Beste gemacht. Mit seiner neuen Mannschaft vom Prema Powerteam fuhr er regelmäßig vorne mit, holte in bislang 21 Rennen vier Siege und hat sich bis zum Finale die Chance auf den Titel erhalten.

Im Cockpit gereift

Viel wichtiger noch als ein Titel ist aber die persönliche Entwicklung, als Fahrer, aber auch als Mensch. Schumacher ist vor allem im Cockpit gereift, bestätigte zuletzt auch Teammanagerin Grazia Troncon SPORT1.

"Er macht einen wirklich guten Job. Er hat sich in den vergangenen Monaten stetig entwickelt und Schritte nach vorne gemacht. Er verbessert sich in allen Bereichen, aber natürlich gibt es immer etwas zu verbessern", sagte Troncon.

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Und darum geht es schließlich. Um die nächsten Schritte, das fahrerische Können, die Erfahrungen. Die positiven, erst recht aber auch die negativen. Denn die bringen einen Nachwuchsfahrer weiter.

Dass die beiden Kumpel Schumacher (17) und Mawson (20) ein paar Jahre trennen, macht in dem Alter auf der Strecke eine Menge aus. Kaum jemand zweifelt zudem ernsthaft daran, dass Schumachers nächster Schritt in die Formel 3 führen wird. Auch ohne Titelgewinn.

39 Punkte Rückstand

Doch wie stehen die Chancen für den ersten großen Coup? Nun, es sind realistisch gesehen tatsächlich nur noch Außenseiterchancen. 39 Punkte Vorsprung hat sein Titelrivale vor den letzten drei Rennen, in denen aber noch 75 Punkte zu holen sind.

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Doch der Australier fährt in dieser Saison mit einer beinahe schon traumwandlerischen Konstanz, zeigt dazu einen starken Mix aus Können und Taktik, verbunden mit einer guten Balance aus Risiko und Abwarten.

Er hat bereits acht Saisonsiege auf dem Konto und muss sich schon mehrere Schnitzer erlauben. Und die muss Schumacher auch erst einmal nutzen.

Wird aus der Chance ein Erfolg?

"Ich werde auf jeden Fall alles dafür tun, dass aus der Chance ein Erfolg wird. Solange ich eine Chance habe, werde ich darum kämpfen, sie zu nutzen", sagte er.

Erste Chancen ließ er am vergangenen Wochenende in der italienischen Formel 4 bereits ungenutzt. Anstatt den Argentinier Marcos Siebert ein Event vor Saisonende an der Spitze abzulösen, musste er ihn auf nun 25 Punkte Vorsprung ziehen lassen.

Gut möglich also, dass Schumacher am Ende der Saison mit leeren Händen da steht. Doch darum geht es in der Formel 4 gar nicht. Deshalb kann Schumacher auch alles auf sich zukommen lassen.

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