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Marco Wittmann ist neuer Champion in der DTM. Der BMW-Fahrer rettet beim letzten Rennen auf dem Hockenheimring einen knappen Vorsprung vor Edoardo Mortara.

Marco Wittmann hat im Zweikampf mit dem Italiener Edoardo Mortara die Nerven behalten und sich mit viel Mühe seinen zweiten DTM-Meistertitel nach 2014 gesichert. (Gesamtwertung der DTM)

Der BMW-Pilot aus Markt Erlbach wurde im letzten Saisonrennen hinter Mortara und den beiden Mercedes-Piloten Christian Vietoris und Paul di Resta (Schottland) Vierter und rettete damit seinen knappen Vorsprung in der Gesamtwertung ins Ziel. Mit 206 zu 202 Punkten fiel die Entscheidung denkbar eng für Wittmann aus.

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"Ich habe versucht, das Ding nach Hause zu fahren, und das hat geklappt. Unglaublich, zum zweiten Mal Champion, einfach der Wahnsinn", sagte Wittmann in der ARD: "2014 waren wir in der Summe überlegener und haben mehr Siege feiern können. In diesem Jahr mussten wir immer das Beste aus dem Gesamtpaket machen, und in diesem Fall muss man clever sein und clever fahren."

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Boxenfunk - der Motorsport-Talk von SPORT1 am kommenden Mittwoch ab 22 Uhr mit Marco Wittmann (DTM-Champion 2016), Edoardo Mortara (Gesamtzweiter), Timo Scheider (DTM-Aussteiger), Hans Joachim Stuck (Motorsport-Legende) und Hermann Tomczyk (ADAC-Sportpräsident) im TV auf SPORT1

Wie schon die gesamte Saison über setzte Wittmann auf Kontrolle, während Mortara, der mit 17 Punkten Rückstand ins Rennen gegangen war, alles riskierte.

Mortara nicht aufzuhalten

Innerhalb weniger Runden stürmte der Italiener von Startplatz sechs an die Spitze, auch Wittmann, der zwischenzeitlich geführt hatte, konnte Mortara nicht halten.

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Doch im Wissen, dass auch ein fünfter Rang noch für den Meistertitel reichen würde, konzentrierte er sich anschließend vielmehr darauf, seinen Platz zu halten. Allerdings wäre auch das fast schief gegangen, weil die starken Vietoris und di Resta nach dem Pflichtboxenstopp an Wittmann vorbeifuhren.

Letztlich konnte sich der Bayer auf seine BMW-Markenkollegen Timo Glock, Maxime Martin (Belgien) und Tom Blomqvist (Großbritannien) verlassen, die ihm den Rücken freihielten.

Der Titel in der Teamwertung ging an Audi Sport Team Abt Sportsline, Audi hatte auch die Nase in der Herstellerwertung vorne. (Teamwertung der DTM)

Wittmann: "Verdienter Meister"

Dass sein zweiter Titel in der DTM einen kleinen Makel hat, wird Wittmann völlig kalt lassen. So souverän wie der 26-Jährige in dieser Saison auf den Rennstrecken war, so konsequent ignorierte der neue Meister die leidige Diskussion um seinen vom DTM-Regelwerk bevorteilten BMW.

Während die Konkurrenz und alle Experten das Thema immer wieder anschnitten, verzichtete Wittmann auf große Töne und lieferte lieber auf der Strecke schlagende Argumente. In nur drei von 18 Rennen verpasste er die Punkteränge, dreimal stand er ganz oben auf dem Podest. Sein Fahrstil ist zwar wenig spektakulär, dafür aber absolut fehlerfrei.

Audi verärgert wegen Zandvoort

"Ich fühle mich als verdienter Meister. Ich war trotz alledem der einzige BMW da vorne. Ich glaube, man sollte das Thema ruhen lassen. Ich habe einen guten Job gemacht, und Edo ebenfalls. Wir respektieren uns sehr", sagte Wittmann mit finsterer Miene.

Mortara hingegen haderte mit den fehlenden Punkten, die ihm durch eine nachweislich ungerechfertigte Durchfahrtsstrafe beim Rennen in Zandvoort im Juli genommen worden waren. "Das ist natürlich sehr enttäuschend, aber was soll ich machen?", fragte Mortara.

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Dieter Gass wählte deutliche Worte zu dem Thema. "Der bitterste Renn-Sieg, an den ich mich erinnern kann. Der Super-Gau ist eingetreten. Es fehlten weit weniger als die zehn Punkte, die wir ungerechtfertigt in Zandvoort verloren haben. Das ist nur schwer zu verdauen", sagte der Sportchef von Audi.

Scheider geht leer aus

Timo Scheider (Audi) ging bei seinem DTM-Abschied als 20. leer aus. Er erhielt eine Durchfahrtsstrafe, nachdem er Augusto Farfus (BMW) umgedreht hatte.

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Neben Antonio Felix da Costa sahen auch Daniel Juncadella, Felix Rosenqvist (beide Mercedes), Farfus und Adrien Tambay (Audi) die Zielflagge nicht.

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