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Bianchis Auto gerät unter den Kran, Helfer sind sofort zur Stelle
Bianchis Auto gerät unter den Kran, Helfer sind sofort zur Stelle

Suzuka - Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi rückt der Sieg von Lewis Hamilton beim Grand Prix von Japan in den Hintergrund.

Ein schwerer Unfall von Marussia-Fahrer Jules Bianchi hat den Sieg von Lewis Hamilton im internen Duell gegen Nico Rosberg beim Großen Preis von Japan (Zusammenfassung ab 20.15 Uhr im TV auf SPORT1) überschattet.

Gehirnblutungen bei Bianchi

Bianchi war kurz vor dem Ende in einen Unfall verwickelt und verletzt worden - wie schwer, war zunächst unklar.

Er wurde am Sonntagabend (Ortszeit) im nahegelegenen Mie General Hospital operiert und anschließend auf die Intensivstation verlegt.

Laut Informationen der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" konnte Bianchi nach dem Eingriff selbstständig atmen.

Derweil bestätigte auch Philippe Bianchi, der Vater von Jules, im Gespräch mit dem französischen TV-Sender France 3, dass der Zustand seines Sohnes sehr ernst sei. Er habe bei dem Crash eine Gehirnblutung erlitten.

Salo: "Schlag gegen Kopf"

Der frühere Formel-1-Fahrer Mika Salo, einer der Rennkommissare in Suzuka, gab zu Protokoll, Bianchi habe bei dem Unfall "einen sehr starken Schlag gegen den Kopf" bekommen.

Sauber-Fahrer Adrian Sutil war von der Strecke gerutscht, während der Bergung prallte der nachfolgende Bianchi gegen den Abschleppwagen.

Der Franzose wurde mit dem Rettungswagen abtransportiert, der ursprünglich angeforderte Hubschrauber konnte wegen der einbrechenden Dunkelheit und des schlechten Wetters nicht landen.

Sutil geschockt

Nähere Informationen über den Gesundheitszustand Bianchis gab es zunächst nicht, nach Aussage eines FIA-Sprechers soll er nicht bei Bewusstsein gewesen sein.

"Ich hab das Auto wegen Aquaplaning verloren", sagte Sutil: "Mir geht es gut, aber was dann passiert ist, war ein echter Schock, weil die Folgen andere sind. Ich hoffe, dass es ihm gut geht"

Nach seinem Unfall, so Sutil, "hätte man gleich das Safety Car holen müssen, aber hinterher ist man halt immer schlauer. Der Abschleppwagen kam heraus, um mein Auto zu bergen und das ist das passiert."

Rennabbruch nach Bianchis Crash

Adrian Sutils Rennen endete in dem Unfall, in den auch Bianchi verwickelt war. Der Crash löste die letzte Safety-Car-Phase aus, in welcher der Lauf schließlich in der 47. Runde abgebrochen wurde.

Auch Vettel war in Gedanken bei dem Franzosen und freute sich deshalb eher verhalten über "ein großartiges Rennen. Es war sehr schwierig heute, es hat lange gedauert bis es richtig losging. Aber dann hat es großen Spaß gemacht."

Im Moment sei es allerdings "die Ungewissheit, die einen quält. Wir wünschen Jules das Beste und hoffen, dass er in Sotschi wieder dabei ist."

Rosberg verliert an Boden

Nico Rosberg konnte trotz seiner Pole Position Hamiltons dritten Sieg in Folge nicht verhindern und liegt nun vier Rennen vor Schluss zehn Punkte hinter dem Briten.

"Ich bin in Gedanken bei Jules, ich wünsche ihm das Beste", sagte Rosberg noch auf dem Siegerpodest und ergänzte später: "Sie haben uns ein paar Informationen geben und es scheint sehr ernst zu sein."

Sebastian Vettel leitete in einem vom nahen Taifun, Unfällen und dem Safety Car bestimmten Rennen mit einem dritten Rang seine Abschiedstour bei Red Bull ein.

Vettel mit Aufholjagd

Einen Tag nach der Bekanntgabe seines Abgangs beim Weltmeisterteam zum Saisonende gelang Vettel eine beeindruckende Aufholjagd von Startplatz neun.

Sein wohl bevorstehender Wechsel zur Scuderia war zuvor das große Thema im Fahrerlager gewesen, bestätigen wollte der 27-Jährige aber zunächst nichts.

Nico Hülkenberg im Force India musste das Rennen in der Schlussphase mit technischen Problemen beenden. Das Ergebnis nach 44 Runden wurde gewertet, bei Roter Flagge wird die vorletzte vollendete Runde herbeigezogen.

Widrige Bedingungen in Suzuka

Pünktlich zum Start ging der bis dahin stärkste Regen auf die Strecke nieder, ein Rennbeginn hinter dem Safety Car war unumgänglich.

Gleich auf der ersten Runde hatten die Fahrer große Probleme mit der Sicht, Vettel klagte trotz der geringen Geschwindigkeit des Feldes via Funk über Aquaplaning. Das Rennen drohte zur Farce zu werden - und wurde per roter Flagge gestoppt.

Zwanzig Minuten wartete das Feld in der Boxengasse, bis es aufhörte zu regnen. Dann erfolgte der nächste Start hinter dem Safety Car, und in Fernando Alonso verabschiedete sich gleich der erste prominente Fahrer aus dem Rennen: Der Spanier musste seinen Ferrari abstellen, nachdem die Elektronik seines Autos komplett versagt hatte.

Zwischenzeitlich kein Regen

Der Kurs trocknete in dieser Phase recht schnell ab, und die Fahrer wollten endlich um Positionen kämpfen.

"Charlie, die Strecke ist in Ordnung!", funkte Hamilton in Richtung des Rennleiters Charlie Whiting - nach neun Runden wurde das Rennen schließlich freigegeben.

Die Fahrer wechselten auf Intermediates, und Vettel machte fortan viele Positionen gut. Bis zur 19. Runde arbeitete er sich auf Platz vier vor, direkt vor Teamkollege Daniel Ricciardo.

Hamilton überholt Rosberg

An der Spitze drehte weiter Rosberg mit knappem Vorsprung auf Hamilton seine Runden. Doch der Druck des Engländers wurde größer, bald ging er mühelos vorbei und baute seinen Vorsprung aus.

Auch im Zuge der nächsten Stopps blieb Hamilton vorne, dahinter schlüpfte Vettel bereits auf den dritten Rang.

Vettels letzter Stopp, durch den er auf Rang vier zurückfiel, war letztlich bedeutungslos - die letzten Runden gingen nicht mehr in die Wertung ein.

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