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München - Die internationale Presse feiert Hamiltons Sieg in Sotschi und hält die WM für entschieden. Rosberg wird für seinen Fehler gerügt.

Lewis Hamiltons überlegener Sieg bei der Premiere in Sotschi und der damit verbundene Konstrukteurs-Titel für die Silberpfeile dominiert die Schlagzeilen nach dem Großen Preis von Russland (Bericht).

Insbesondere die britischen Zeitungen überschlagen sich mit Lobeshymnen für ihren Landsmann und halten die WM spätestens nach diesem Wochenende endgültig entschieden. Alles andere wäre "lächerlich". (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Teamkollege Nico Rosberg wird dagegen für sein Manöver am Start kritisiert. Die französische Zeitung L'Equipe glaubt, dass Rosberg "durch wiederholte Fehler" den Titel verpassen wird.

Die italienischen Gazetten beenden offiziell die "Ära Red Bull" und hoffen, dass Ferrari eine neue Ära in Silber unterbinden kann.

SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Grand Prix von Russland zusammen.

ENGLAND:

The Guardian: "Am Ende eines der langweiligsten Rennen der vergangenen Jahre zeigten die meisten Zuschauer einen Gesichtsausdruck steinerner Gleichgültigkeit. Nach der Eröffnungsfeier ging es nur noch bergab. Es war eine Vorführung durch Lewis Hamilton, seine Motorenleistung und sein Adrenalinlevel konnte er dabei niedrig halten. Zuletzt war er stark, jetzt hält er die WM im Würgegriff - wenn er sie nicht gewinnt, wäre das fast lächerlich."

Daily Telegraph: "Nach Rosbergs missglücktem Angriff war Hamilton auf und davon. Trotz einer Auferstehung nach der ersten Runde hat Rosberg sein Glück verloren. Dem Deutschen sind die Antworten auf die Fragen ausgegangen, die Hamilton stellt."

Daily Mail: "Hamilton fährt nach Rosbergs desaströser erster Runde locker zum Sieg. Es war ein langweiliges Rennen, nachdem es Rosberg mit seiner Attacke auf Hamilton übertrieben hatte."

ITALIEN:

Gazzetta dello Sport: "Willkommen im Mercedesland, Herr Putin. Ein Vergnügungspark, in dem nur derjenige Spaß hat, der ein Auto mit dem Stern fährt. Der Rest ist Langweile. Hamilton feiert seinen neunten Sieg und hat den WM-Titel voll verdient. Rosberg setzte ihn nur 600 Meter lang unter Druck. Vettel hatte mit einem anderen Rennen gerechnet. Wir hoffen auf seinen Revanche-Willen, wenn er in Maranello sein wird."

Corriere dello Sport: "Mercedes, der neue Stern. Zum ersten Mal erobert ein deutsches Team den Konstrukteurs-Titel. Er ist für die Zuschauer vielleicht weniger spannend als der Fahrer-Titel, er ist aber von den Teams stark begehrt. Hinter den Mercedes-Piloten herrscht gähnende Leere. Das Rennen wird zu einer langweiligen Prozession. Die Ära Red Bull ist zu Ende, die Ära Mercedes hat begonnen. Ferrari hat die Aufgabe, diese nur kurz andauern zu lassen."

Tuttosport: "Es lebe Mercedes, der erste deutsche Autobauer, der den Konstrukteurs-Titel erobert. Mercedes hat mehr als nur gewonnen, das Team hat alle Rivalen dominiert und eine neue Seite in der technischen Geschichte der Formel 1 geschrieben."

Corriere della Sera: "Auch Putin verbeugt sich vor der Mercedes-Macht. Ein derartiger Machtbeweis muss dem russischen Präsidenten gefallen haben. Die Überlegenheit von Mercedes gegenüber allen anderen Konkurrenten ist unglaublich. Hinter den Deutschen herrscht totale Leere."

Repubblica: "Nach fünf Jahren verrückter Investitionen und schmerzhafter Enttäuschungen ist die Eroberung des ersten Konstrukteurs-Titels in der Geschichte des Unternehmens für Mercedes eine Riesenfreude. Eine Dominanz dieser Art durch ein Team hatte man seit den Jahren 1954/1955 nicht mehr gesehen, als Fangio der Hase war, hinter dem alle herliefen."

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SPANIEN:

Marca: "Hamilton nimmt Anlauf. Von der ersten Runde an stand dem Briten das Rennen gut zu Gesicht, der Spaziergang begann. Rosberg setzte bei seiner Aufholjagd alles auf eine Karte, Bottas war der Gast auf der Mercedes-Party."

As: "Ein Sieg ohne Komplikationen für Hamilton. Rosberg landete auf dem zweiten Platz, Mercedes holt seine erste Konstrukteurs-WM. Die Überlegenheit des deutschen Autos in allen Aspekten ist etwas Sensationelles." (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Sport: "Hamiltons Führung ist nach seinem Sieg in Sotschi größer denn je. Hamilton und Rosberg werden den Titel in Austin, Brasilien und Abu Dhabi unter sich ausmachen."

El Mundo Deportivo: "Lewis Hamilton holt einen bequemen Sieg beim ersten Grand Prix von Russland vor seinem Stallrivalen Nico Rosberg. Der Deutsche verlor seine Optionen bereits in der ersten Runde, als seine Räder blockierten. Das Rennen war gezeichnet durch seine Aufholjagd auf den zweiten Platz."

ÖSTERREICH:

Kurier: "Ein spannendes Rennen hatte Lewis Hamilton versprochen, eine fade Solofahrt wurde es letztlich. Schuld daran war sein Teamkollege. Nico Rosberg wollte mit Übermut und Brechstange unbedingt in der ersten Kurve überholen. Das Unternehmen ging schief. Mensch Rosberg zeigte nach dem Rennen eine menschliche Reaktion: Er ärgerte sich."

SCHWEIZ:

Blick: "Lewis Hamilton krallt sich Premieren-Sieg in Sotschi. Der Grand Prix bietet auf einem zu einfachen Kurs keine hochspektakuläre Show. Der Puls der Fans schnellt nur kurz in der ersten Runde hoch, als Rosberg seinen Team-"Kollegen" und Pole-Mann Hamilton überholt. Jedoch überschießt der Deutsche."

Neue Zürcher Zeitung: "Nach dem gescheiterten Überholmanöver von Nico Rosberg in der Startkurve sollte es bis kurz vor Rennende dauern, ehe das erste Formel-1-Rennen auf russischem Boden seine nächste Attraktion bekam: den Einzug des Präsidenten Wladimir Putin, am Eingang des Fahrerlagers brüderlich vom Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone umarmt. Bestes Beispiel für gekonntes Reifenmanagement war die Fahrt von Rosberg. Und dennoch ist das ein bittersüßer Erfolg für den Deutschen. Mit dem vierten Sieg in Folge konnte sein Gegenspieler Hamilton die WM-Führung ausbauen."

FRANKREICH:

L'Equipe: "Der erste Grand Prix von Russland wurde bestimmt von den Grüßen an Jules Bianchi. 'Zar Lewis Hamilton' fuhr kontrolliert zum Sieg, Nico Rosberg wird durch wiederholte Fehler seinen ersten WM-Titel verpassen."

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