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Jules Bianchis Team Marussia zeigte in Sotschi seine Solidarität und startete mit nur einem Fahrer

Jules Bianchis Rennstall reagiert auf Anschuldigungen, man habe seinen Piloten vor dem Unfall zur Eile angetrieben.

Nach dem schweren Unfall von Formel-1-Pilot Jules Bianchi hat dessen Rennstall Marussia Medienberichte zurückgewiesen, wonach das Team den Franzosen unmittelbar vor dem Crash beim Großen Preis von Japan aufgefordert haben soll, schneller zu fahren.

Das britisch-russische Team teilte außerdem mit, dass der 25-Jährige wie gefordert gebremst habe, als doppelt gelbe Flaggen gezeigt wurden.

"Das Marussia-F1-Team ist schockiert und wütend über die Vorwürfe", heißt es in einer Pressemitteilung am Mittwoch.

Nach den schweren Vorwürfen mehrerer Medien, die sich auf Protokolle des Funkverkehrs beziehen sollen, sah der Rennstall keine andere Möglichkeit, als sich zu äußern und den Vorwurf der Fahrlässigkeit weit von sich zu weisen.

"Gerüchte und Ungenauigkeiten"

"In einer Zeit, in der sein Fahrer in kritischem Zustand im Krankenhaus liegt, hat das Team klar gemacht, dass die höchste Priorität derzeit Jules und seiner Familie gilt", heißt es in dem Statement.

Und weiter: "Wir finden es überaus bekümmernd, auf solche Gerüchte und Ungenauigkeiten eingehen zu müssen, was die Umstände von Jules' Unfall angeht."

FIA: Alle relevanten Informationen übermittelt

Der Automobil-Weltverband hatte bereits zuvor bei SPORT1 erklärt, dass "alle relevanten Informationen zu Jules Bianchis Unfall in Suzuka im Bericht von Renndirektor Charlie Whiting enthalten" seien.

FIA-Sprecher Matteo Bonciani führte aus: "Der wurde in einer langen Pressekonferenz in Sotschi an die Medien weitergegeben." Dort wurde ein angeblicher Funkspruch nicht erwähnt.

Ausschuss prüft Whitings Bericht

"Whitings Bericht wird an einen Prüfungsausschusss weitergeleitet, der bald ernannt werden wird", sagte Bociani weiter. Dieser werde "zu gegebener Zeit" seine Empfehlungen an FIA-Präsident Jean Todt und die Sicherheitskommission weitergeben.

Zu den Spekulationen über einen Funkspruch werde man sich nicht äußern, erklärte Bonciani: "Das ist ein Grundsatz der FIA - insbesondere im Fall Bianchi."

Bianchi war am 5. Oktober beim Großen Preis von Japan in Suzuka auf regennasser Piste von der Strecke abgekommen und mit seinem Auto unter ein Abschleppfahrzeug gerast. Dabei hatte der Marussia-Pilot schwerste Kopfverletzungen erlitten und musste anschließend operiert werden.

Bianchi liegt im Mie General Krankenhaus von Yokkaichi weiterhin auf der Intensivstation und kämpft um sein Leben.

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