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"Hey, Seb, weißt du schon, dass ich dein Nachfolger bei Red Bull werde?", könnte Alonso dem viermaligen Vettel hier vielleicht zuflüstern

Schon am kommenden Wochenende könnte das Fahrerkarussel in Schwung kommen. Noch aber steht es dank Vettel und Alonso still.

Von Stefan Schnürle

München - Das Fahrerfeld der Formel 1 gleicht momentan einem Schachfeld.

Die Könige auf dem Brett sind Sebastian Vettel und Fernando Alonso und die Kollegen warten darauf, dass einer der beiden seinen nächsten Zug macht.

Sicher sind momentan nur zwei Dinge. Sowohl Sebastian Vettel als auch Fernando Alonso werden ihre jetzigen Arbeitgeber Red Bull beziehungsweise Ferrari nach dem Saisonende verlassen. Doch noch ist offiziell nicht bekannt, wohin ihr Weg führen wird.

Ferrari-Bestätigung in Austin?

Zumindest bei Vettel gehen aber alle davon aus, dass der viermalige Weltmeister im nächsten Jahr für Ferrari startet.

Gerüchten zufolge soll bereits beim Großen Preis der USA (ab Fr., 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die offizielle Bestätigung von Ferrari folgen. Von Vettel selbst ist seit der Veröffentlichung seiner Trennung von Red Bull zu diesem Thema nichts zu hören gewesen.

Es ist möglich, dass Vettel damit ausgerechnet den Fahrer unter Druck setzt, der jahrelang darauf hinwies, dass Vettels Erfolg in erster Linie am Red Bull liegt und der Deutsche nicht der beste Fahrer im Feld sei.

Top-Teams reißen sich nicht um Alonso

Denn Alonso bleiben für 2015 nur vier Notlösungen und eine unwahrscheinliche Traumlösung.

Denn obwohl viele Experten Alonso für den besten Fahrer halten, reißen sich die Top-Teams nicht um ihn. Dazu hat sich der zweimalige Weltmeister in der Vergangenheit zu viele Feinde gemacht und ist mit 33 Jahren zudem nicht mehr der Jüngste. Außerdem wäre eine Verpflichtung des Spaniers sehr teuer. Unter 30 Milionen Euro wird er nicht zu haben sein.

So entschied sich Red Bull nach dem feststehenden Abgang von Vettel sofort für Daniil Kvyat. Auch Williams verlängerte mit Felipe Massa und Valtteri Bottas, obwohl bereits Unstimmigkeiten zwischen Ferrari und Alonso die Runde machten.

McLaren nicht von Button überzeugt

Die wahrscheinlichste Variante ist, dass Alonso im nächsten Jahr für McLaren fährt. Die Briten wollen im nächsten Jahr mit der Power von Rückkehrer Honda angreifen und benötigen dazu einen Topfahrer.

Bei McLaren ist man sich offenbar nicht sicher, ob Jenson Button der richtige Mann für den Angriff ist: "Jenson möchte unbedingt bei uns bleiben, aber wir haben noch nichts entschieden oder unterschrieben", sagte Renndirektor Eric Boullier.

Auch die Vertragsverlängerung mit dem zweiten McLaren-Pilot Kevin Magnussen liegt momentan auf Eis. Sollte Alonso einen der beiden aktuellen Stammfahrer verdrängen, könnte das große Stühlerücken in der Formel 1 beginnen.

Gerüchte um Lotus

Die beiden McLaren-Piloten sind derweil nicht die einzigen Fahrer, deren Zukunft von Alonsos Entscheidung abhängen könnte. Seit Wochen halten sich Gerüchte, wonach der Asturier auch zu Lotus gehen könnte.

Lotus, das in dieser Saison mit bislang acht mageren Pünktchen zu den großen Enttäuschungen zählt, knüpft große Hoffnungen an den Motorenwechsel von Renault zu Mercedes zum kommenden Jahr.

Darüber hinaus sorgte Teamsponsor "Burn" mit einer Fotomontage von Alonso im Lotus-Overall für Aufsehen.

Realistisch erscheint der Wechsel zu dem Team, das in jüngsrer Vergangenheit immer wieder mit großen Finanzproblemen in die Schlagzeilen geraten ist, jedoch nicht.

Pause, Le Mans oder Mercedes?

Als Alternative bliebe dem Spanier ein Jahr Pause oder der Wechsel in eine andere Rennserie.

"Vielleicht fährt er ja mit seinem Freund Mark Webber gemeinsam in Le Mans. Das Rennen hat er sich dieses Jahr vor Ort angesehen, es fasziniert ihn offensichtlich", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in der "SportWoche".

Laut eines Berichts von "F1Today.net" soll McLaren aber bereits Lewis Hamilton an der Angel haben. Würde McLaren dieser Coup gelingen, wäre für Alonso plötzlich das heiß begehrte Cockpit bei Mercedes frei.

Doch dass Hamilton seinen Sitz im aktuell besten Auto bereits nach dieser Saison aufgibt, darf bezweifelt werden.

"Alonso kommt nur mit Ausstiegsklausel"

Allerdings läuft Hamiltons Vertrag nur bis Ende 2015 und keiner weiß, ob McLaren im nächsten Jahr wirklich ein großer Sprung nach vorne gelingt. "Zu McLaren geht Alonso wohl nur, wenn er eine Ausstiegsklausel bekommt, damit er die Notbremse ziehen kann", mutmaßt Wolff deshalb.

McLaren hat aber nicht nur die Fühler nach Alonso ausgestreckt. Auch Vettel steht auf der Wunschliste der Briten, obwohl dessen Entscheidung wohl bereits pro Ferrari gefallen ist.

Vorerst können die Fahrerkollegen jedenfalls nur warten, welche Entscheidungen die beiden Königsfiguren Vettel und Alonso treffen.

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