vergrößernverkleinern
Nico Rosberg debütierte 2006 in der Formel 1
Nico Rosberg debütierte 2006 in der Formel 1

Sao Paulo - Rosberg lässt WM-Rivale Hamilton beim Auftakt in Sao Paulo hinter sich. Der "Iceman" überrascht, Alonso greift zum Feuerlöscher.

WM-Herausforderer Nico Rosberg präsentiert sich vor dem Großen Preis von Brasilien in Top-Form.

Der Deutsche entschied den ersten Schlagabtausch mit seinem Titel-Rivalen und Mercedes-Kollegen Lewis Hamilton deutlich für sich.

Rosberg drehte im freien Training in 1:12,123 Minuten die schnellste Runde auf der 4,309 Kilometer langen Strecke in Sao Paulo. Hamilton landete über zwei Zehntelsekunden dahinter auf Platz zwei (1:12,336).

Dritter wurde etwas überraschend Kimi Räikkönen im Ferrari (Finnland, 1:12,696). Während am Freitag über Sao Paulo die Sonne schien, werden für das Rennen Regenschauer erwartet.

Noch keine Entscheidung möglich

Hamilton geht nach fünf Siegen in Serie mit 24 Punkten Vorsprung auf Rosberg in die letzten beiden Rennen des Jahres. Trotzdem hat der Wiesbadener im Titel-Thriller noch Chancen auf die WM-Krone, weil beim Saisonfinale in Abu Dhabi in diesem Jahr erstmals doppelte Punkte vergeben werden.

Dann gibt es für einen Sieg 50 statt 25 Zähler. Selbst wenn Rosberg in Interlagos keine Punkte holt und sein britischer Kontrahent gewinnt, kann er in Abu Dhabi also noch Nachfolger von Sebastian Vettel werden.

Sutil und Hülkenberg enttäuschen

Der Noch-Weltmeister landete bei seiner Red-Bull-Abschiedstournee abgeschlagen nur auf Rang neun. Adrian Sutil, der sein Cockpit bei Sauber nach nur einem Jahr wieder verliert, kam nicht über Platz 16 hinaus.

Nico Hülkenberg musste sich in seinem Force India mit Rang 14 zufrieden geben.

Alonso greift zum Feuerlöscher

Ferrari-Star Fernando Alonso erlebte einen spektakulären Motorschaden - Flammen schlugen aus seinem Wagen.

Der Spanier griff selber zum Feuerlöscher und wurde am Ende Siebter.

Rosberg optimistisch

Obwohl Rosberg nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden kann, sieht er sich für den Showdown gut gerüstet. "Ich habe viel mehr Energie als je zuvor. Die Chance ist da, das ist gigantisch", sagte er, "ich bin voller Optimismus."

Angesprochen auf seinen Wunsch für die letzten beiden Rennen sagte Rosberg, der Hamilton nur noch den "Teamkollegen" oder "er" nennt, scherzhaft: "Wir können jetzt jeder einen Ausfall haben. Ich wünsche ihm, dass er hier gewinnt, ich kann ausfallen. Dann fällt er in Abu Dhabi aus und ich gewinne. Das wäre doch fair, oder?"

Dann wäre Rosberg wegen der nur noch "Abu Double" genannten Regel der doppelten Punktevergabe Weltmeister.

Hamilton: "Bizarre Situation"

Ein Szenario, das für Hamilton nicht ganz so witzig wäre.

"Ich kann hier gewinnen und trotzdem verlieren, wenn in Abu Dhabi etwas schiefgeht", schrieb er in seiner Kolumne für die BBC, "es ist eine bizarre Situation, und ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich habe noch nicht allzu sehr darüber nachgedacht - das ist es wohl, wie ich damit umgehe."

Hamilton als Panther

Negative Gedanken will Hamilton in der heißesten Phase der Saison nicht mehr an sich heranlassen. "Ich glaube, im Moment fahre ich besser als jemals zuvor", sagte er und fühlt sich weiter als Jäger - und nicht als Gejagter.

Auf die Frage, ob er sich wie ein Hai auf der Suche nach Beute fühle, sagte Hamilton: "Ein Hai? Nein, ich bin eher wie ein Panther. Ein Hai greift von hinten an, ohne dass du es weißt. Bei einem Panther weißt du, dass er kommt - und trotzdem kriegt er dich."

Marussia endgültig am Ende

Die beiden Pleite-Teams Caterham und Marussia sind in Brasilien wie schon zuletzt beim Rennen in den USA aus finanziellen Gründen nicht am Start.

Caterham macht sich allerdings Hoffnungen, beim Saisonfinale in zwei Wochen wieder fahren zu können. Marussia hat dagegen seine Geschäftstätigkeit mittlerweile eingestellt.

Der Insolvenzverwalter teilte mit, dass sich kein neuer Investor gefunden habe und das Team nicht mehr gerettet werden könne.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel