Video

Jerez de la Frontera - Nico Rosberg enthüllt mit Weltmeister Lewis Hamilton den F1 W06 Hybrid und gibt beim Testauftakt in Jerez gleich richtig Gas. Red Bull schickt ein "Zebra" auf die Strecke.

Kurz bevor sich die Sonne über den andalusischen Hügeln von Jerez erhob, zogen Nico Rosberg und Lewis Hamilton das schwarze Tuch vom F1 W06 Hybrid und enthüllten den mit Spannung erwarteten neuen Mercedes für die Saison 2015.

Zeit für ein Selfie musste ebenso sein wie ein Gruppenfoto mit Toto Wolff.

Dass der Motorsportchef sich derzeit nur auf Krücken fortbewegen kann, soll kein schlechtes Omen sein. Während sich Wolff bei einem Sportunfall den Bruch einer Kniescheibe zuzog, soll der neue Silberpfeil wie im Vorjahr wieder der Konkurrenz in der Formel 1 die Heckflosse zeigen.

Holger Luhmann
Holger Luhmann ist für SPORT1 vor Ort in Jerez © SPORT1

Rosberg bereit für das "Rückspiel"

"Ich bin sehr stolz, diesen Moment mit dem Team teilen zu dürfen. Wir hatten ein fantastisches Jahr und haben die Silberpfeile wieder dahin gebracht, wo sie hingehören - an die Spitze", sagte Rosberg.

Nach seiner Niederlage 2014 gegen Hamilton im Krieg der Sterne um die WM-Krone sprüht der 29-Jährige vor Tatendrang: "Ich weiß, dass es erneut ein großartiges Duell mit Lewis wird. Dieses Jahr ist mein Rückspiel und ich gehe enorm motiviert hinein."

Der erste Eindruck, den Rosberg mit seinem neuen Wagen zu Beginn der Tests in Jerez hinterließ, war schon sehr gut.

Wolff zitiert Babe Ruth

Trotz der Dominanz im Vorjahr mit 16 Mercedes-Siegen in 19 Rennen warnte Wolff jedoch vor verfrühter Euphorie.

"Es wäre sehr gefährlich, sich auf unseren Lorbeeren von 2014 auszuruhen", sagte Wolff und bemühte ein bekanntes Zitat der Baseball-Legende Babe Ruth: "Für die Erfolge von gestern können wir uns heute nichts mehr kaufen."

Nach den einschneidenden Regeländerungen 2014 hat Mercedes die Entwicklung des F1 W06 Hybrid unter das Motto "Von der Revolution zur Evolution" gestellt.

Ein "Hammer-Gefühl"

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Mercedes sein Auto im englischen Silverstone für Filmaufnahmen zum ersten Mal auf eine Rennstrecke geschickt.

Die Ausfahrt wurde nach 18 Runden durch starken Schneefall gestoppt.

Trotz der Wetterkapriolen sprach Rosberg von einem "Hammer-Gefühl".

Hamilton signalisiert harte Verhandlungen

Wolff muss aber an einer weiteren Baustelle arbeiten. Der Vertrag von Weltmeister Hamilton, der am Montag erstmals den neuen Wagen auf dem Circuito de Jerez steuern wird, läuft Ende der Saison aus.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton vor dem neuen Mercedes
Nico Rosberg (l.) und Lewis Hamilton sind in der neuen Saison die Gejagten © Getty Images

Der Brite signalisierte bereits, dass es am Verhandlungstisch durchaus mit harten Bandagen zugehen wird.

"Ich bin jetzt 30 und mein eigener Herr. Ich kenne meinen Wert", sagte Hamilton der "BBC": "Es wird hart, Toto ist ein großer Geschäftsmann und sehr gut im Verhandeln." Allerdings haben beide Seiten schon mehrfach ihre Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit betont.

Daran dass Hamilton auch nach seinem zweiten WM-Titel weiter hoch motiviert ist, ließ er keinen Zweifel: "Das Feuer lodert weiter in mir."

Red Bull mit optischem Clou

Neben Mercedes präsentierte auch Sebastian Vettels früheres Team Red Bull seinen neuen Boliden und stahl den Silberpfeilen etwas die Schau.

Daniel Ricciardo im Red Bull testet in Jerez
Red Bull mit Pilot Daniel Ricciardo stahl den anderen Teams mit dem Zebra-Look die Show © Getty Images

Denn der Rennstall schickte seinen "Bullen" als "Zebra" mit einer schwarz-weißen Tarnfarben-Lackierung auf die Strecke. Daniel Ricciardo war so die Aufmerksamkeit gewiss.

Dabei soll es sich nicht nur um einen optischen Marketing-Clou handeln.

Angeblich erschwert der Tarnanstrich der Konkurrenz, aerodynamische Details zu erkennen. Zum Auftakt der Formel-1-Saison Mitte März in Melbourne werden die Red-Bull-Boliden aber wieder in ihrer gewohnten Lackierung zu sehen sein.

Probleme für Alonso im McLaren

Probleme an seinem ersten Arbeitstag hatte Neuzugang Fernando Alonso im McLaren. Mit dem neuen Honda-Motor stand der Ex-Weltmeister zunächst nur an der Box.

Einen ähnlich katastrophalen Test-Auftakt hatte Vettel im Vorjahr mit Red Bull erlebt. Bei seinem Test-Debüt für Ferrari lief es für den viermaligen Weltmeister aus Heppenheim mit seiner neuen roten Göttin besser.

Auch wenn Mercedes gleich wieder das Maß der Dinge war. Bei aller Zurückhaltung von Wolff. Es dürfte auch in diesem Jahr für die Rivalen schwer werden, den Silberpfeilen zu trotzen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel