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Sebastian Vettel-F1 Testing In Jerez - Day One
Sebastian Vettel ist vierfacher Formel 1 Weltmeister © Getty Images

Jerez de la Frontera - Der Wechsel zu Ferrari tut Sebastian Vettel sichtlich gut. Am ersten Testtag in Jerez fährt er gleich Bestzeit und sprüht nur so vor Tatendrang. Ein Problem will er bald lösen.

Unter seiner ausladenden Kappe wirkte Sebastian Vettel wie ein kleiner Junge. Wie ein staunender Bub mit einem neuen roten Spielzeugauto.

Ferrari, daran hat der erste Test in Jerez keinen Zweifel gelassen, hat dem viermaligen Weltmeister das Leuchten in den Augen zurückgegeben. Während der Heppenheimer im Vorjahr im Red Bull missmutig durch die Formel-1-Saison gestottert war, hat Vettel sein spitzbübisches Lachen wieder gefunden.

Vettel hofft wieder, Vettel träumt wieder, Vettel steckt wieder voller Tatendrang.

Holger Luhmann
Holger Luhmann ist für SPORT1 vor Ort in Jerez © SPORT1

"Es ist eine Mission"

"Meine Motivation könnte nicht größer sein", sagte der 27-Jährige. Wie heiß er ist, demonstrierte Vettel gleich zu Beginn der Tests, als er in der Boxengasse an Nico Rosberg vorbei fuhr und als erster auf die Strecke bog.

Später sprach er von einer "großen Veränderung", von einer "großen Herausforderung". Und gleichsam um dies zu betonen, wählte er große Worte: "Es ist eine Mission."

Kein Vergleich zum Vorjahr

Eine Mission, die Vettel durchaus ansprechend begonnen hat. In 1:22,620 Minuten fräste er mit seiner neuen roten Göttin gleich die schnellste Rundenzeit aller Piloten in den Asphalt des Circuito de Jerez und ließ die Herzen der Scuderia höher schlagen.

"Sehr zufrieden, ja glücklich" sprach Vettel von einem "guten Start". Im Vorjahr hatte er es, ausgebremst vom bockigen Red Bull, lediglich auf Installationsrunden gebracht.

Sebastian Vettel testet seinen neuen Ferrari-Boliden in Jerez
Sebastian Vettel testet seinen neuen Ferrari-Boliden in Jerez © SPORT1

Kleinere technische Probleme

Dass diese erste Momentaufnahme von Jerez mit Vorsicht zu genießen ist, weiß Vettel aber sehr wohl einzuschätzen.

Während er 60 Runden zurücklegte, spulte Vize-Weltmeister Nico Rosberg im kurz zuvor enthüllten neuen Mercedes F1 W06 Hybrid 157 Runden ab.

Wegen eines Problems mit einem Sensor musste der Ferrari länger in der Box parken. "Wir hatten ein paar kleinere Probleme, ich wäre gerne ein paar mehr Runden gefahren, um zusätzliche Erfahrung mit dem Wagen zu sammeln", gab Vettel zu.

"Möglichst schnell Anschluss finden"

Und dennoch: Es überwiegt die Zuversicht. "Das große Ziel ist es, möglichst schnell Anschluss an die Spitze zu finden", erklärte Vettel und schob dann etwas markiger hinterher: "Wir wollen den Anderen das Leben schwer machen."

Das werden sie gerne hören in Maranello, der Wiege von Ferrari, jenem Wallfahrtsort der Formel 1.

Das wird den italienischen Fans in den Ohren klingen wie eine Verheißung, nach einem Jahr der gefühlten Demütigung und Schande.

Ein Wechselspiel aus Gas und Bremse

Davon dass sich Ferraris neuer Teamchef Maurizio Arrivabene für diese Saison zwei Grand-Prix-Siege wünscht, lässt sich Vettel nicht unter Druck setzen.

Im Gegenteil, er setzte sogar einen drauf. "Es dürfen ruhig noch mehr sein." O forza Ferrari. "Das Potenzial ist groß", erklärte Vettel weiter, um schließlich doch einzuschränken: "Es wartet viel Arbeit auf uns. Es wird seine Zeit brauchen."

Dieses rhetorische Wechselspiel aus Gas und Bremse weiß Vettel sehr gut zu bedienen. Er weiß, ein Michael Schumacher hat damals fünf Jahre gebraucht, um Ferrari wieder zu einem WM-Triumph zu führen.

Für seinen neuen Ferrari hat Vettel noch keinen Namen
Für seinen neuen Ferrari hat Vettel noch keinen Namen

Noch kein Name für die Göttin

Da erscheint ein anderes Problem für Vettel weitaus kleiner. "Meine italienische Frau hat noch keinen Namen", sagt er.

Er meint natürlich seine neue rote Göttin. Er möchte noch den Test am Montag abwarten, ein besseres Gefühl bekommen. Aber eins ist klar: Ein bisschen verliebt ist Vettel schon jetzt. Passend zur Farbe der Liebe.

Vettel freut sich auf die neue Formel 1 Saison
Vettel freut sich auf die neue Formel 1 Saison © SPORT1
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