vergrößernverkleinern
© Imago / SPORT1

Auch wenn Sebastian Vettel anderer Meinung ist, lässt das Resultat in Melbourne viele Schlüsse auf den Verlauf der gesamten Saison zu. Das gilt vor allem auch in seinem Fall.

Man dürfe Melbourne nicht für voll nehmen, hatte Sebastian Vettel noch am Samstag nach dem Qualifying in seiner flapsigen Art gesagt.

Diese Strecke sei zu speziell, um langfristige Prognosen über den Saisonverlauf abzugeben.

Da täuscht er sich. Denn der Australien-Grand-Prix hat sehr wohl einige Tendenzen aus den Wintertests bestätigt und dient daher auch als belastbarer Gradmesser für die Kräfteverhältnisse der noch jungen Saison.

Das beste Beispiel liefert der Heppenheimer selbst. Mit seinem starken Debüt für Ferrari samt Sprung aufs Podest bestätigte Vettel nur das, was bereits bei den vorsaisonalen Probefahren in Jerez und Barcelona auffiel: Er und sein neues Team haben über den Winter sehr gute Arbeit geleistet und sind der Spitze ein gutes Stück näher gekommen.

Ohne die ärgerlichen Stümpereien bei den Reifenwechseln von Kimi Räikkönen wäre für die Scuderia noch mehr möglich gewesen.

Den Trend bestätigte Melbourne auch, was das absolute Top-Niveau angeht. Das verkörpert nach wie vor allein Mercedes. Zu keiner Sekunde haben Lewis Hamilton und Nico Rosberg einen Zweifel daran gelassen, dass die Silberpfeile auch in dieser Saison einsam ihre Kreise ziehen werden.

Die große Frage bleibt jedoch, ob - und vor allem - wie es Rosberg gelingen kann, den derzeit vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Teamkollegen vom Thron zu stoßen.

Selbst die starke Vorstellung von Sauber, das mit beiden Autos in die Punkteränge fuhr, ist bei näherer Betrachtung nicht so überraschend, wie es zunächst scheint. Auch die Schweizer zeigten sich bei den Tests enorm zuverlässig und profitieren dazu vom neuen stärkeren Ferrari-Motor.

Erstaunlicher ist da schon, dass sich die jungen Fahrer Felipe Nasr und Marcus Ericsson vom tagelangen Hickhack um die Startklage von Giedo van der Garde nicht aus der Ruhe bringen ließen.

Die Krise der etablierten Teams Red Bull und McLaren setzte sich dagegen fort. Auch das ist ein Trend, den Melbourne lediglich bestätigte.

Beide hatten mit gravierenden technischen Problemen zu kämpfen, beide brachten jeweils nur einen Fahrer ins Ziel.

Und auch das hatte mit der Charakteristik der Strecke im schönen Albert Park nichts zu tun.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel