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Schanghai - Beim Großen Preis von China werden die Silberpfeile ihrer Favoritenstellung gerecht. Lewis Hamilton siegt souverän vor Nico Rosberg und Sebastian Vettel. Das Ende des Rennens ist kurios.

Weltmeister Lewis Hamilton hat nach einer fehlerfreien Vorstellung den Großen Preis von China gewonnen und seine Führung in der WM-Wertung ausgebaut (Datencenter: Ergebnis des Rennens)

Der Polesetter aus England zeigte in Schanghai keine Schwäche und verwies seinen Mercedes-Stallrivalen Nico Rosberg souverän auf Platz zwei. Malaysia-Sieger Sebastian Vettel fuhr im Ferrari als Dritter zwar zum dritten Mal in Serie auf das Podium, hatte der Übermacht der erstarkten Silberpfeile aber nichts entgegenzusetzen (Highlights des Rennens ab 20.15 Uhr im TV auf SPORT1).

Vettel: "Schritt nach vorn"

"Dieses Podium ist wieder ein großer Erfolg für uns. Wir haben versucht, Mercedes unter Druck zu setzen, doch am Ende waren sie zu schnell. Trotzdem haben wir wieder einen Schritt nach vorne
gemacht", sagte Vettel.

Rosberg meinte: "Ich bin mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren und habe viel riskiert, aber es hat nicht geklappt. Wir sind aber sehr glücklich über den Abstand zu Ferrari und darüber, dass wir sie wieder schlagen konnten."

Hamiltons vierter Sieg in China

Hamiltons ungefährdeter 35. Karrieresieg war zugleich sein vierter in China - das hat zuvor kein anderer Fahrer geschafft. Außerdem konnte der Brite als Erster seinen Vorjahreserfolg in Schanghai wiederholen. Nach drei Rennen führt der 30 Jahre alte Titelverteidiger auch dank zweier Siege in der Gesamtwertung mit 68 Punkten vor Vettel und Rosberg (Datencenter: Fahrerwertung).

Im Reich der Mitte hatte Hamilton zuvor bereits alle Sessions dominiert und setzte sich folgerichtig auch im Rennen vom Start weg souverän ab. Einzig Vizeweltmeister Rosberg konnte vor den Toren der Millionen-Metropole folgen (Der LIVETICKER zum Nachlesen).

Die Ferrari von Vettel und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen, der erneut Vierter wurde, verloren schnell einige Sekunden, blieben im Gegensatz zur restlichen Konkurrenz aber noch in Schlagdistanz.

Sebastian Vettel wird im Ferrari Dritter beim Grand Prix von Schanghai
Sebastian Vettel wird im Ferrari Dritter beim Grand Prix von Schanghai © Getty Images

Mercedes ohne Fehler

Bei 20 Grad Außentemperatur und Sonnenschein drehte der zweimalige Weltmeister Hamilton in einem unspektakulären Rennen an der Spitze unbeeindruckt seine Runden.

Konnte Ferrari vor zwei Wochen die Silberpfeile noch mit einer cleveren Taktik schocken und den ersten Vettel-Sieg feiern, leistete sich Mercedes dieses Mal keine groben Fehler und agierte weitestgehend souverän.

Allerdings beschwerte sich Rosberg nach etwas mehr als einem Drittel des Rennens über die Pace von Hamilton.

"Wenn Lewis weiter so langsam fährt, stecke ich in seinem Windschatten fest und ruiniere meine Reifen", funkte der 29-Jährige an die Box. Anschließend wurde Hamilton mit einem ungewöhnlichen Funkspruch dazu aufgefordert, das Tempo zu erhöhen. "Lewis, gib ein bisschen mehr Gas", lautete die Anweisung.

Reifen kein Faktor

Für Vettel und Ferrari war das trotzdem noch zu schnell. "Ich bin am Limit", antwortete Vettel auf die Frage der Renningenieure, ob er sein Tempo erhöhen könne.

Anders als in der Hitze von Malaysia hatte die Scuderia in China trotz einer Asphalttemperatur von bis zu 45 Grad keinerlei Vorteile mit den Reifen. Mit zwei dritten Plätzen und einem Sieg verläuft Vettels Einstand bei Ferrari nach dem vergangenen Seuchenjahr 2014 bei Red Bull trotzdem weiter glänzend.

Auch nach seinem zweiten Boxenstopp gab Hamilton, der zwischenzeitlich wie schon im Qualifying über einen zu heißen Sitz klagte, die Führung nicht ab, während hinter Mercedes und Ferrari kein anderes Team auch nur annähernd Schritt halten konnte.

Für die gesamte Saison deutet sich spätestens jetzt ein Zweikampf der beiden Werksteams an. Noch haben die Silberpfeile dabei recht deutlich die Nase vorn und können sich aktuell wohl nur selbst schlagen.

Kurioses Ende 

Kurios: Wegen eines Motorenschadens bei Max Verstappens Toro Rosso mitten auf der Zielgeraden musste drei Runden vor Ende das Safety Car auf die Strecke. Da die Bergungsarbeiten andauerten, wurde das Rennen bis zur Zielflagge nicht mehr freigegeben, das Feld fuhr dicht beisammen über die Ziellinie.

Nico Hülkenberg erlebte derweil einen rabenschwarzen Tag und musste seinen unterlegenen Force India schon in der elften Runde abstellen. "Das ist was Größeres", funkte der 27-Jährige aus Emmerich an sein Team. Ein Getriebeschaden verhinderte, dass er die Zielflagge sah. "Meine Frustbewältigung? Drei Tage Sonne in Dubai", sagte Hülkenberg zurück im Fahrerlager.

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