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Lewis Hamilton nahm seinem Teamkollegen Nico Rosberg mehr als eine Sekunde ab © Getty Images

Schanghai - Im Training zum China-GP demonstriert Lewis Hamilton die Stärke von Mercedes. Teamkollege Nico Rosberg fährt hinterher. Sebastian Vettel glaubt nicht an eine Wiederholung von Malaysia.

Nach dem bärenstarken Auftritt von Weltmeister Lewis Hamilton schob Sebastian Vettel die Favoritenrolle sofort zu den Silberpfeilen.

"Wir müssen schauen, dass wir uns in die Position direkt hinter Mercedes bringen", sagte der Ferrari-Star nach dem freien Training zum Großen Preis von China. Während Hamilton in beiden Sessions in Schanghai souverän dominierte, musste sich Vettel mit Rang vier begnügen. Nico Rosberg landete im zweiten Mercedes gar nur auf Platz fünf.

"Die Lücke nach vorne ist ein bisschen groß, aber wir versuchen, uns noch zu steigern. Es sieht aber sicher ein bisschen anders aus als vor zwei Wochen", sagte Vettel, der satte 1,120 Sekunden Rückstand auf Hamilton hatte.

Räikkönen Zweiter

In Malaysia war dem 27-jährigen Hessen überraschend sein erster Sieg für die Scuderia gelungen. Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen aus Finnland kam dem Briten am Freitag als Zweiter mit 0,443 Sekunden am nächsten. Rosberg hatte 1,18 Sekunden Rückstand.

"Wir werden das Rennen bekommen, das wir erwarten. Es wird zwischen uns und Ferrari um den Sieg gehen", sagte Hamilton. Der 30-Jährige hinterließ zum Auftakt auf dem 5,451 km langen Kurs vor den Toren der chinesischen Millionen-Metropole den stärksten Eindruck.

Rosberg hingegen konnte noch nicht ganz vorne eingreifen, am Sonntag (ab 7.45 Uhr im LIVETICKER) will der 29-Jährige aber seinen ersten Saisonsieg einfahren. "Wir werden das dieses Mal unter uns ausmachen", sagte Rosberg und meinte damit das Stallduell mit Hamilton: "Ferrari ist nicht so dicht dran wie in Malaysia."

Vettel: "Realistisch bleiben"

Das glaubt auch Vettel, der sich im zweiten Training einen spektakulären Dreher leistete, sein Auto aber rechtzeitig abfangen konnte. "Wir haben in Malaysia sehr gut gearbeitet, aber hier müssen wir realistisch bleiben", sagte der viermalige Weltmeister.

"Es macht Spaß, ihnen (Mercedes, Anm. d. Red.) das Leben schwer zu machen. Aber wir dürfen nicht übermütig werden und müssen ein bisschen auf die Euphoriebremse treten. Wir wissen, dass es den Erfolg nur über harte Arbeit gibt."

Der Heppenheimer könnte zwar mit einem weiteren Sieg, es wäre der 41. seiner Karriere, nach Erfolgen mit dem legendären Ayrton Senna gleichziehen, doch an einen ähnlichen Verlauf in Schanghai ist nach den ersten Runden eher nicht zu denken. Stattdessen gilt es "vor denen zu bleiben, die auch zuletzt meist hinter uns waren", sagte Vettel.

Ferrari will Position festigen

Im Klartext: Ferrari will die Position hinter Hamilton und Rosberg festigen und die Konkurrenz von Williams und Red Bull um den Trainings-Dritten Daniel Ricciardo dauerhaft auf Abstand halten. "Erst wenn uns das gelingt, können wir den Rückstand auf Mercedes verringern", betonte Vettel, der 2009 seinen bislang einzigen Sieg in Schanghai feierte.

Gar drei davon hat Vorjahressieger Hamilton ("Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftakt") auf dem Konto, auch Rosberg siegte 2012 bereits in China. Damals war es der erste Sieg der neuen Silberpfeil-Ära - seitdem gab es 20 weitere. Vor dem dritten von 19 Saisonrennen führt Hamilton mit 43 Punkten die WM-Wertung vor Vettel (40) und Rosberg (33) an.

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