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Jules Bianchi fuhr 2013 und 2014 in der Formel 1 für Marussia
Jules Bianchi fuhr 2013 und 2014 in der Formel 1 für Marussia © Getty Images

Die Formel 1 beklagt den ersten Todesfall seit über zwanzig Jahren. Jules Bianchi erliegt seinen schweren Kopfverletzungen neun Monate nach seinem Unfall in Suzuka.

Die Formel 1 trauert um Jules Bianchi.

Der Franzose ist in der Nacht zum Samstag in Nizza an den Folgen seines schweren Unfalls beim Großen Preis von Japan im Oktober verstorben, er wurde nur 25 Jahre alt.

"Jules hat bis zum Ende gekämpft, wie er es immer gemacht hat, aber gestern ist sein Kampf zu Ende gegangen. Der Schmerz, den wir fühlen ist gewaltig und unbeschreiblich", teilte seine Familie mit.

Bianchi war in Suzuka mit seinem Marussia bei nasser Piste von der Strecke abgekommen und unter das Heck eines Bergungskran geraten. Er hatte eine Hirnblutung erlitten und lag seit dem 5. Oktober im Koma, zunächst in einem Krankenhaus in Japan, dann bis zuletzt in der Uni-Klinik seiner Heimatstadt.

Die Familie bedankte sich beim medizinischen Personal in Frankreich und Japan und "bei Kollegen, Freunden und Fans und jedem, der seine Zuneigung zu ihm in den letzten Monaten zum Ausdruck gebracht hat. Das hat uns sehr geholfen in diesen schweren Zeiten. Die Nachrichten zu hören und lesen hat uns gezeigt, wie sehr Jules die Herzen und Köpfe der Menschen überall auf der Welt berührt hatte". 

Kollegen reagieren bestürzt

In den ersten Reaktionen zeigten sich Bianchis Rennfahrerkollegen bestürzt über den Verlust. "Mir fehlen die Worte... Wir werden dich vermissen, mein alter Freund", schrieb Landsmann Jean-Eric Vergne bei Twitter.

F1 Grand Prix of Japan
Der verhängnisvolle Unfall am 5. Oktober © getty

"Gestern haben wir einen der besten Menschen und Fahrer verloren, die ich jemals getroffen habe. Ich vermisse dich so sehr, mein Freund", ergänzte Romain Grosjean. Der Australier Daniel Ricciardo schrieb: "Ich werde dich und die guten Zeiten, die wir hatten, nie vergessen. Werde dich vermissen, Bruder."

Der britische Ex-Weltmeister Jenson Button nannte Bianchi einen "wirklich großartigen Menschen und echten Kämpfer.

"Ein Privileg, dass er für unser Team gefahren ist"

Bereits zu Beginn der Woche hatte Bianchis Vater mitgeteilt, dass nur noch wenig Hoffnung auf Besserung bestehe. "Eigentlich muss ein Fortschritt in den ersten sechs Monaten zu verzeichnen sein. Jetzt sind es neun Monate, und Jules ist nicht aufgewacht und macht keine signifikanten Fortschritte", hatte er in einem Interview mit dem Nachrichtensender France Info erklärt.

Bianchi ist der erste Todesfall in der Formel 1 seit über 20 Jahren. 1994 war der Brasilianer Ayrton Senna tödlich verunglückt. 

"Wir sind erschüttert, Jules nach so langem Kampf zu verlieren", twitterte sein Team, das mittlerweile Manor heißt: "Es war ein Privileg, dass er für unser Team gefahren ist."

Bianchi war zwischen 2013 und 2014 in 34 Formel-1-Rennen an den Start gegangen und hatte die ersten Weltmeisterschaftspunkte überhaupt für Manor geholt. Der Franzose war beim Grand Prix in Monaco im vergangen Jahr auf Platz neun gefahren. 

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