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F1 Grand Prix of Hungary
In Ungarn wurden beide Mercedes schon am Start von den Ferraris kassiert © Getty Images

München - Dank neuer Regeln in Spa liegt der Rennstart erstmals wieder komplett in Händen der Fahrer. Während Lewis Hamilton ein Desaster befürchtet, wittert Nico Rosberg Morgenluft.

Es ist ein Start ins Ungewisse für Mercedes.

Wenn die Silberpfeile in diesem Jahr überhaupt einen Schwachpunkt haben, dann in dem Moment, an dem die Ampeln ausgehen. Bei den letzten beiden Rennen in Silverstone und Ungarn ließen sich die Mercedes noch vor der ersten Kurve von der Konkurrenz überrumpeln.

Und nun wurden für den Start der zweiten Saisonhälfte in Spa auch noch die Startregularien verschärft. Drohen dem Klassenprimus nun noch schlimmere Erlebnisse?

Kupplung in der Hand der Fahrer

Der wohl wichtigste Eingriff erfolgt beim eigentlichen Startvorgang: Ab Spa darf die Box nicht mehr eingreifen, um den Schleifpunkt der Kupplung zu justieren.

Vom ersten Verlassen der Boxengasse am Freitagstraining bis zum Rennen darf der Schleifpunkt nicht mehr verändert werden. Erst nach dem Rennstart kann der Fahrer manuelle Veränderungen durchführen.

Gift für die Silberpfeile. Vor allem Lewis Hamilton plagten in dieser Saison immer wieder Kupplungsprobleme – und das trotz des bis zuletzt noch veränderbaren Schleifpunkts.

Hamilton befürchtet Desaster

Entsprechend skeptisch sieht der Weltmeister die neue Regel: "Ich erwarte unvorhersehbarere Starts. Es wird unterschätzt, wie sehr die Regeln die Rennen beeinflussen."

Hamilton befürchtet "desaströse" Folgen. Sein Fazit: "Ich glaube, dass das nicht der richtige Weg ist und dass es noch Änderungen geben wird."

Auch Teamchef Toto Wolff warnt vor unvorhergesehenen Konsequenzen des manuellen Starts: "Das ist der erste Versuch, Technologie herunterzuschrauben, um den Unterhaltungswert zu erhöhen. Und diese Schritte sind auch verständlich. Aber was, wenn es mehr Drama oder Beliebigkeit bringt als gewollt?"

Wolff fürchtet um den Wert des Qualifyings. Kein Wunder: Sein Team sicherte sich dort bislang an jedem Rennwochenende der Saison die Pole.

Rosberg wittert Morgenluft

Einzig Nico Rosberg verteidigt den neuen Start. Vielleicht auch, weil er in neun der zehn Qualifyings dieser Saison gegen seinen Teamkollegen den Kürzeren zog.

"Es ist gut, weil es den Start komplett in unsere Hände legt. Wenn es ein guter Start ist, ist es der Fahrer. Wenn es ein schlechter Start ist, ist es der Fahrer", freut sich Rosberg.

Auch eine weitere Änderung, die ab Spa in Kraft tritt, erfährt Unterstützung von Rosberg. In der Einführungsrunde vor dem Start dürfen die Teams ihren Fahrern per Boxenfunk künftig nur noch Funkanweisungen geben, wenn ein Problem mit dem Auto vorliegt, oder um sie auf Flaggenzeichen der Marshalls aufmerksam zu machen.

Konzentration statt Gequassel

Nicht mehr aber, um etwa auf die Reifentemperaturen hinzuweisen. "Die Formationsrunde ist ein ununterbrochenes Gequassel von Sachen, die ich machen muss, von Anfang bis Ende", beschwerte sich Rosberg zuletzt über die Anweisungsflut.

Die ist nun Geschichte. In Spa dürften die Fahrer in der Einführungsrunde wieder mehr Zeit für sich selbst haben. Gerade recht, um sich auf den neuen, noch wichtigeren Start zu konzentrieren.

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