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F1 Grand Prix of Malaysia - Practice
Dr. Helmut Marko kann sich Red Bull mit Mercedes-Motoren vorstellen © Getty Images

In der Formel 1 bahnt sich eine sensationelle Partnerschaft an. Mercedes könnte bald Konkurrent Red Bull ausrüsten. Toto Wolff befürchtet eine extrem starke Konkurrenz.

Die Motoren jaulen erst ab Freitag wieder durch die legendäre Eau Rouge, schon vor dem Ende der Sommerpause im belgischen Spa sind sie dennoch Gesprächsthema Nummer eins in der Formel 1.

Ein spektakulärer Antriebs-Deal zwischen Mercedes und Red Bull wird immer wahrscheinlicher - er könnte die Kräfteverhältnisse neu sortieren.

"Eigentlich sollte man seine Gegner nicht stark machen", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff dazu, "aber wir müssen auch die Balance wahren zwischen purem Egoismus und dem Wohl der Serie."

Daimler-Vorstand gibt grünes Licht

Wie Auto Bild Motorsport berichtet, hatte es bei den Stuttgartern zuletzt ein internes Ringen um die richtige Lösung gegeben - am Ende gab der Daimler-Vorstand grünes Licht: Schon ab der kommenden Saison könnte Mercedes das viermalige Weltmeisterteam des österreichischen Getränkekonzerns mit Motoren beliefern.

Für Red Bull Racing wäre es angesichts der aktuellen Misere mit dem schwachen Renault-Aggregat die wohl stärkste Lösung.

"Mit so einem Motor darf es nicht weitergehen", sagte unlängst Sebastian Vettels früherer Teamkollege Daniel Ricciardo. Der Wechsel zum Weltmeister-Motor der Silberpfeile wäre für Red Bull ein Quantensprung.

Marko lobt Mercedes

"Der Antrieb eines Formel-1-Autos besteht heute ja nicht mehr nur aus dem Motor. Es ist ein Antriebsstrang mit mehreren Power Units, und da ist der von Mercedes mit all seiner Komplexität einfach der beste", sagte Motorsportberater Helmut Marko der Bild-Zeitung.

Beim Bau des Chassis ist der einstige Branchenführer ohnehin seit Jahren führend - eine Kombination mit dem Motor aus Stuttgart könnte zur neuen Erfolgsformel werden und sogar die Mercedes-Dominanz brechen.

Red Bull Racing war seit dem Wechsel zu den Hybrid-Turbomotoren vor der Saison 2014 weit zurückgefallen, der französische Antrieb hielt nicht mehr mit der Konkurrenz mit. Aus den eigentlich noch bis Ende 2016 laufenden Verträgen mit Renault könnte Red Bull kurzfristig aussteigen, weil auch der Motorenbauer mit der aktuellen Situation nicht mehr leben kann.

Renault will Lotus übernehmen

Die Außenwirkung sei für einen Motorenlieferanten im Erfolg wie im Misserfolg ohnehin meist unvorteilhaft, sagte Renault-Geschäftsführer Carlos Ghosn zuletzt wiederholt. In den WM-Jahren überstrahlte die Marke Red Bull alles, in Zeiten des Misserfolgs stand nur der Motor in der Kritik.

Die Franzosen spielen daher mit dem Gedanken, den hochverschuldeten Lotus-Rennstall zu übernehmen, um als Werksteam die integrierte Entwicklung von Auto und Antrieb wieder komplett selbst in der Hand zu haben. Der Vertrag mit Red Bull Racing als Premiumkunde wäre dann hinfällig.

Und sogar Wolff kann derweil dem möglichen Deal Positives abgewinnen, auch aus Mercedes-Sicht. "Natürlich wäre es zu überlegen, mit einer so jungen Marke wie Red Bull, die hipp ist, eine Kooperation einzugehen", sagte der Österreicher.

Und die Formel 1 als Ganzes würde ohne Zweifel von einem weiteren Sieg-Team profitieren. Momentan kommt für Siege neben den Silberpfeilen eigentlich nur Sebastian Vettels Scuderia Ferrari in Frage.

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