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Paukenschlag am Rande des Camp Beckenbauer! Der Formel-1-Promoter erklärt auf einer Telefonkonferenz, dass noch in diesem Jahr ein neuer Eigentümer die Formel 1 übernimmt.

Für mit den größten Gesprächsstoff sorgte beim Camp Beckenbauer ein Gipfelteilnehmer, der gar nicht vor Ort war im mondänen Kitzbühel.

Bernie Ecclestone hat mit seiner nüchternen Ankündigung per Telefonkonferenz, die Formel 1 verkaufen zu wollen, mächtig Staub aufgewirbelt. "Wir werden in Kürze einen neuen Eigentümer haben, dieses Jahr", sagte der 84-Jährige.

Doch was genau sich hinter dem nahenden Deal, bei dem an die sieben Milliarden Euro fließen dürften, verbirgt, vermag noch niemand zu sagen.

Haug und Stuck überrascht

"Ich kann nicht über Hypothesen sprechen", sagte beispielsweise Motorsportexperte Norbert Haug, der wie so viele von der Nachricht überrascht wurde: "Das wird man sehen. Bernie Ecclestone wird sich schon rechtzeitig mitteilen."  Auch Hans-Joachim Stuck war von den Socken: "Ich dachte immer, Bernie macht es, bis er umfällt."

Dass Rechteinhaber CVC Capital seine Mehrheitsanteile verkaufen könnte, wird schon länger als immer wahrscheinlicher eingestuft. Doch ob damit auch die Ära Ecclestone, der selber fünf Prozent der Aktien hält, enden würde, ist noch lange nicht gesagt. Haug: "Ein Besitzerwechsel hat in der Vergangenheit nicht immer geheißen, dass Bernie nicht mehr am Start und aktiv war."

Ecclestones Statement am Dienstag war nur wenig detailliert, rund um das nahende Rennen im russischen Sotschi dürften weitere Informationen durchsickern.

Investorengruppe heißer Kandidat

Klar ist aber, dass es Bieter für das sündhaft teure Premiumprodukt gibt. Im Sommer hatte Ecclestone von mehreren Angeboten gesprochen.

Das potenteste soll dabei von einer Investorengruppe um Katar Sports Investment (QSI) sowie Stephen Ross kommen. Beide sind mit ihren Geldern bereits im Sektor Sport unterwegs. Der US-amerikanische Immobilienkrösus nennt unter anderem den NFL-Klub Miami Dolphins sein Eigen, den Kataris gehört Paris St. Germain.

Auch um Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz als möglichen neuen Besitzer ranken sich immer wieder Gerüchte. Der Österreicher könnte zwar angesichts des Streits um einen neuen Motorenlieferanten für seine zwei Teams Red Bull Racing und Toro Rosso komplett die Lust verlieren – oder aber nach seinen eigenen Regeln spielen wollen.

"Die jetzigen Investoren haben gute Erträge aus der Formel 1 erhalten, und es ist klar, dass sie irgendwann verkaufen wollen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Wichtig für uns als Team ist, dass wir bei den Anteilseignern Nachhaltigkeit haben, eine langfristige Sicht auf die Formel 1."

Vor allem in Europa waren zuletzt die Zuschauerzahlen an den Rennstrecken und im TV zurückgegangen. Nicht wenige Teilnehmer der Motorsport-Eliteklasse störten sich zudem am rigiden Entscheidungsmanagement Ecclestones.

Basis gerät ins Wanken

Bei allen Umwälzungen macht sich Haug aber keine Sorgen um die Formel 1, die seit den siebziger Jahren von Ecclestone zu einer wahren Gelddruckmaschine entwickelt worden war.

"Die Formel 1 ist stark, neben Olympischen Spielen und der Fußball-WM die einzige weltumspannende Sportart", sagte der langjährige Mercedes-Motorsportdirektor: "Es gibt Länder, da macht sie richtig Effekt, wie beispielsweise beim Saisonauftakt in Australien. Den Zuschauerrückgang, den wir zuletzt in Deutschland und auch in Österreich hatten, gibt es nicht überall. Die Formel 1 hat eine ganz solide Basis."

Die durch Ecclestones Ankündigung aber mächtig ins Wanken geraten ist.

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