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Diese Techpro-Barrieren sorgten dafür, dass Sainz seinen Horrorcrash fast unverletzt überstand
Diese Techpro-Barrieren sorgten dafür, dass Sainz seinen Horrorcrash fast unverletzt überstand © Getty Images

Wie durch ein Wunder hat Carlos Sainz seinen Horrorcrash im 3. Training in Sotschi unverletzt überstanden.

Der Spanier hatte vor Kurve 13 an einem der schnellsten Abschnitte der Strecke die Kontrolle über seinen Toro Rosso verloren, schrammte an der Mauer entlang und bohrte sich schließlich unter die ausgepolsterten Spezialbarrieren.

Dass nicht Schlimmeres passierte, ist in erster Linie den modernen High-Speed-Barrieren zu verdanken, unter die sich der Toro Rosso von Sainz geschoben hatte.

Denn die mit extrem starken Nylongurten verbundenen Techpro-Barrieren absorbieren die Energie extrem effizient und verringern die G-Kräfte, die während des Aufpralls auf den Fahrer wirken. Zudem können die Wagen nicht mehr die Banden hinwegfliegen.

Die neuen Barrieren sollen somit etwa 40 Prozent effektiver sein als das alte System mit den Reifenstapeln. Nur so konnte Sainz so einen heftigen Unfall, bei dem sogar die Leitplanken hinter den Barrieren völlig verbogen wurden, unverletzt überstehen.

GP von ENGLAND 1999
Der Wagen von Michael Schumacher wird nach seinem Unfall in Silverstone 1999 abtransportiert © Getty Images

Auslöser für die Entwicklung der Barrieren war der schwere Unfall von Michael Schumacher 1999 in Silverstone, bei dem sich der damalige Ferrari-Pilot ein Bein brach.

Sieben Jahre später kamen die Techpro-Barrieren dann in Monza beim Großen Preis von Italien zum ersten Mal in der Formel 1 zum Einsatz. Mittlerweile sind sie zum Standard in der Formel 1 geworden und werden bei vielen Rennen genutzt.

Einen Nachteil bringen diese modernen Barrieren, unter die sich die Autos regelrecht eingraben können, allerdings momentan noch mit sich.

So mussten die Streckenposten die auf den Toro Rosso gestürzten Barrieren mithilfe zweier Bagger entfernen und die Gurte, die die Barrieren zusammenhalten, lösen. Dadurch dauerte es letztlich fast 20 Minuten, bis die Erstversorgung bei Sainz beginnen konnte.

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