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Lewis Hamiltons' großer Respekt vor Sebastian Vettel (l.) ist neu. Bekundet der Brite ihn auch 2016?
Lewis Hamiltons' großer Respekt vor Sebastian Vettel (l.) ist neu. Bekundet der Brite ihn auch 2016? © Getty Images

München - Lewis Hamilton zermürbt Rosberg mit vielfältigen Psychotricks - auch nach dem WM-Triumph. Die Erfahrung lehrt, dass er bei Sebastian Vettel auf härteren Widerstand trifft.

Ja, auch Lewis Hamilton hat sich dann noch zur Mützen-Affäre von Austin geäußert.

Und wie er es tat, verriet nicht nur einiges über sein eigenes Selbstverständnis. Es sagte auch viel über das Verhältnis der beiden Mercedes-Piloten aus.

"Es ist wirklich schlimm, mein Teamkollege zu sein", sagte der dreimalige Weltmeister in der Daily Mail in einer Mischung aus Arroganz und geheucheltem Mitleid. (DATENCENTER: Fahrerwertung)

Den Kappenwurf seines Stallgefährten Nico Rosberg deutete er als Frustreaktion auf dessen Fahrfehler in der Schlussphase. Dass er aber als Vorwurf gegen ihn selbst und sein überhartes Manöver kurz nach dem Start gemeint war, ignorierte er.

Weltmeister der Psychospielchen

Hamilton, der Weltmeister der Psychospielchen. Er fügt Nico Rosberg nicht nur auf der Strecke eine Niederlage nach der anderen zu, er lässt ihn auch öffentlich abblitzen.

Der Deutsche wirkt dabei immer frustrierter. Von Selbstbewusstsein gar keine Spur.  Er sei "einfach nur sauer", schrieb Rosberg in seiner Bild-Kolumne: "Auf mich, auf Lewis. Einfach auf alles!"

Diese Spielchen, mit denen er seinem Teamkollegen mental zusetzt, haben Methode bei Hamilton. Dann ignoriert der Brite nicht nur die Gefühle des Rivalen, er verweigert ihm auch den sportlichen Respekt.

Hamilton wünscht sich Titelduell mit Vettel

Auffallend häufig nannte er zuletzt Sebastian Vettel als größten Herausforderer für die neue Saison, obwohl Ferrari trotz des jüngsten Aufschwungs den Beweis der Konkurrenzfähigkeit auf höchstem Level erst noch antreten muss.

Für 2016 wünsche er sich "viele tolle Rad-an-Rad-Duelle", hat Hamilton gesagt - mit Vettel, nicht mit Rosberg.

Den einen Konkurrenten mit Ignoranz strafen, indem er den anderen bewundert. Das kennt Vettel bereits, allerdings mit vertauschten Rollen.

Wer ist Vettel?

Als der Heppenheimer noch bei Red Bull fuhr, galt Hamiltons zur Schau gestellte Hochachtung nicht Vettel, sondern Fernando Alonso.

Ausgerechnet! Denn es war der stolze Spanier, der Hamilton in dessen starker Debütsaison 2007 für McLaren mit allen Mitteln versuchte, zu besiegen.

Rückblickend aber sagte der Brite vor zwei Jahren über diese Zeit: "Ich habe dort hautnah erlebt, wie schnell dieser Kerl ist, wie gut er die Dinge analysieren kann, wie viel Talent in ihm steckt. Seitdem fühle ich, dass niemand in der Formel 1 so gut ist wie er."

Vettel? Wer ist Vettel?

Grenzen der Psychospielchen

Genutzt hat es Hamilton freilich wenig. Der Hesse raste bis 2013 dennoch zu vier WM-Titeln hintereinander.

Und es ist mehr als fraglich, ob der Engländer auch im kommenden Jahr als Psychokrieger erfolgreich sein kann, sollte es tatsächlich zum großen Zweikampf um den Titel zwischen ihm und Vettel kommen.

Denn der ist mental aus einem anderen Holz geschnitzt als Rosberg. Psycho-Attacken prallen an ihm ab. Die Antworten gibt er auf der Strecke.

Das weiß übrigens keiner besser als der von Hamilton einst als bester Fahrer gepriesene Alonso. Jahrelang versuchte der, mit martialischen Samurai-Anspielungen Vettel einzuschüchtern - um dann doch jedes Mal den Kürzeren zu ziehen. 

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