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Konnten sich im Motorenstreit nicht durchsetzen; Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt
Konnten sich im Motorenstreit nicht durchsetzen; Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt © Getty Images

Rückschlag für Bernie Ecclestone. Der vom Formel-1-Boss und Weltverband FIA geplante Alternativmotor wird vorerst offenbar nicht den Weg in die Königsklasse finden.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und der Automobil-Weltverband FIA sind mit ihrem Plan eines günstigeren Alternativmotors für die Königsklasse laut Medienberichten vorerst gescheitert.

Wie die Sport Bild meldet, fand sich am Dienstag beim mit Spannung erwarteten Treffen der Interessengruppen keine Mehrheit für den ab 2017 geplanten Billig-Antrieb.

Demnach habe es der Vorstoß von Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt wie erwartet zunächst durch die sogenannte Strategiegruppe geschafft.

In der Formel-1-Kommission habe sich dann allerdings nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit gefunden.

Kritik von Wolff und Kaltenborn

Auch dies kam angesichts der Verteilung der Fürsprecher und Gegner in dem Gremium nicht überraschend. Am Treffen namen die Formel-1-Teams, Promoter, Motorenhersteller und die FIA teil.

Letzte Instanz wäre der FIA-Weltrat gewesen, der im Dezember tagt.

Offenbar planten Ecclestone und Todt zuletzt allerdings, den Plan des Alternativmotors dort in jedem Fall vorzulegen, indem sie auf seinen entscheidenden Charakter für die Zukunft der Formel 1 pochen.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte sich im Vorfeld kritisch geäußert, Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn hatte am Dienstag nachgelegt.

"Rein von der Logik her hätte ich gerne einen billigeren Motor. Wichtig ist aber, dass man einen Weg findet, der Sinn ergibt. Eine Diskussion wie diese, die sich um unabhängige Motoren dreht, sollte es meiner Meinung nach gar nicht geben, weil wir später ohnehin herausfinden werden, dass es nicht so kommt", sagte Kaltenborn zu Autosport.

Mehrere Interessenten

Ausgangspunkt der Idee eines weiteren Motors neben den Turbo-Hybrid-Aggregaten der Hersteller Mercedes, Ferrari, Renault und Honda ist die aktuelle Motorenkrise der Formel 1. Die FIA hatte zuletzt bereits die offizielle Ausschreibung auf den Weg gebracht.

Damit soll der Einfluss der großen Hersteller auf das Starterfeld verringert werden, zudem sollen die kleinen Teams in die Lage versetzt werden, ihre Kosten deutlich zurückzufahren.

Seit der Einführung der rund 16 Millionen Euro teuren Turbo-Hybridmotoren zum Saisonstart 2014 hatten sich die finanziellen Probleme zahlreicher Rennställe dramatisch verschärft.

Bis Anfang der Woche sollen die Hersteller Ilmor, AER und Mecachrome ihr Interesse formal bekundet haben.

Nach dem Willen der FIA soll der neue Motor dem Vernehmen nach ein 2,2-Liter-Bi-Turbo mit sechs Zylindern sein, der deutlich weniger als die aktuellen Hybrid-Motoren kostet.

Damit würde auf die erst 2014 eingeführte, eigentlich zukunftsweisende Hybridtechnik verzichtet werden.

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