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AUTO-PRIX-F1-ABU-DHABI
Nico Rosberg bejubelt in Abu Dhabi den 14. Sieg seiner Karriere © Getty Images

Abu Dhabi - Nico Rosberg fährt beim Saisonabschluss in Abu Dhabi zum dritten Sieg in Folge und verweist Lewis Hamilton auf Platz zwei. Vettel krönt seine Aufholjagd mit Platz vier.

Nico Rosberg hat sich auch in Abu Dhabi in der Form seines Lebens präsentiert und die Saison als Seriensieger beendet.

Der Mercedes-Pilot raste am Sonntag vor Rivale Lewis Hamilton zum dritten Triumph in Folge, feierte damit seinen ersten Hattrick in der Formel 1 - und untermauerte erneut seinen Anspruch auf den WM-Titel im kommenden Jahr, das er kaum erwarten kann. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

"Von mir aus könnte die Saison 2016 morgen losgehen, ich brauche keinen Urlaub", rief der Mercedes-Pilot auf der Siegerehrung in Abu Dhabi den jubelnden Fans zu.

Schaler Nachgeschmack bei Hamilton

Hamilton musste auch im letzten Rennen des Jahres mit Rang zwei leben und nimmt einen schalen Nachgeschmack mit in die Winterpause.     

Beim verzweifelten Versuch, seine Weltmeister-Saison doch noch standesgemäß abzuschließen, verpokerte er sich. Eine riskante Boxenstopp-Strategie nahm dem Engländer auch die letzte Chance, Rosbergs Serie zu brechen. "Ich habe dem Team die Entscheidung überlassen, weil ich nicht wusste, wie die richtige aussieht", sagte der Brite über den Reifenpoker.

Für Mercedes war es der zwölfte Doppelsieg innerhalb einer Saison und damit der alleinige Rekord in der Geschichte der Formel 1. (DATENCENTER: Endstand Fahrerwertung)

Vettels schlaue Strategie

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel beeindruckte mit schlauer Strategie und einer Aufholjagd vom 15. Startplatz auf Rang vier hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen. "Wir können sehr zufrieden sein. Gegen Ende des Rennens kam ich richtig in Fahrt", sagte Vettel.

Im Qualifying war der Heppenheimer am Samstag aufgrund eines Fehlers am Kommandostand im ersten Durchgang gescheitert. Nico Hülkenberg (Emmerich) steuerte seinen Force India auf den siebten Platz.

Zuvor war in Abu Dhabi alles wie so oft in den vergangenen Wochen gewesen: Am Freitag dominierte Rosberg das freie Training, am Samstag fuhr er auf wirklich beeindruckende Weise zur sechsten Pole Position in Folge. Und Hamilton wirkte erneut ziemlich angefressen, mit einer solchen Niederlagenserie wollte er sein Titeljahr nicht beenden.

Hamilton erklärt seine Schwächephase

Schon in den vergangen Tagen und Wochen ließ der Brite, der seinen Titel bereits vor rund einem Monat perfekt gemacht hatte, daher kaum eine Gelegenheit aus, der Welt den Grund für seine aktuelle Unterlegenheit mitzuteilen: Dieser sei nicht bei ihm zu suchen und auch gar nicht so sehr bei Rosberg - sondern im Auto.

Ein neuer Entwicklungsweg in den Mercedes-Garagen seit September habe das Set-Up "drastisch" verändert, sagte der Brite am Samstag, und zwar zu seinem Nachteil: "Es mag so aussehen, dass die eine Seite sich deutlich verbessert hat. Aus meiner Sicht haben wir uns aber stark verschlechtert."

Auch als die roten Ampeln am Sonntag dann ausgingen, machte zunächst nur Rosberg einen starken Eindruck. Am Start setzte sich der Deutsche souverän ab, Hamilton musste derweil den Angriff des drittplatzierten Räikkönen abwehren. In der Folge drehte Rosberg eine schnellste Runde nach der anderen, fuhr gut zwei Sekunden Vorsprung heraus - und überraschte dann mit einem Funkspruch. "Ich pushe die Reifen jetzt gleich mal ein bisschen mehr", teilte er dem Kommandostand mit und baute den Abstand prompt weiter aus.

Rosbergs Reifen bauen ab

Zur Rennhälfte wendete sich das Blatt allerdings. Rosberg hatte mit abbauenden Vorderreifen zu kämpfen, und sein Rivale kam plötzlich mit großen Schritten näher. Als der Vosprung auf eine gute Sekunde geschrumpft war, rettete Rosberg sich in die Box und ließ neue Pneus aufziehen.

In der Folge geschah etwas Bemerkenswertes: Mercedes gestattete Hamilton einen kurzfristigen Wechsel der Strategie, derartige Wünsche hatte das Team dem Champion zuletzt noch mit Verweis auf die Chancengleichheit ausgeschlagen.

Nun blieb der Engländer jedoch lange draußen, wollte am liebsten mit den alten Reifen bis zum Ende durchfahren, diskutierte mit dem Kommandostand. "Das wäre ein Glücksspiel, das können wir nicht empfehlen", sagte die Box jedoch, da Rosberg sich mit den neueren Reifen schon wieder schnell näherte.

13 Runden vor Schluss kam Hamilton dann doch an die Box, hatte durch den Zeitverlust auf den alten Reifen nun jedoch mehr als zehn Sekunden Rückstand. Auch mit neuen Pneus konnte der Weltmeister nichts mehr ausrichten, und Rosberg beendete seine überwiegend enttäuschende Saison als lächelnder Sieger.

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