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Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Nico Rosberg in Malaysia
Sebastian Vettel (M.) bei seinem Sieg vor den beiden Silberpfeil-Piloten in Malaysia © Getty Images

München - Der Zoff zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg erreicht neue Dimensionen. Der Brite sorgt mit weiteren Sticheleien für Aufsehen. Ein lachender Dritter könnte profitieren.

Der "Krieg der Sterne" hat eine neue Dimension erreicht. Nachdem Lewis Hamilton unmittelbar nach dem Großen Preis von Mexiko noch davon gesprochen hatte, dass er seinem Team vertraue und dass es "bei den Boxenstopps keinen großen Stress gab", hören sich neue Aussagen des Weltmeisters deutlich nach Konfrontationskurs an.

Er sei sich sicher, dass die Mercedes-Verantwortlichen bei der Umstellung auf eine Zwei-Stopp-Strategie am vergangenen Sonntag pro Nico Rosberg entschieden und ihm damit zum Sieg verholfen haben. "Ich weiß, dass das Team sich ihm gegenüber extra-warm zeigen will", legte der Weltmeister bei der BBC nach: "Ich weiß, was ich meine, aber ich werde nicht sagen, was ich meine."

Hamilton legt sich mit Bossen an

Obwohl die Angelegenheit eigentlich schon geklärt war, nutzt Hamilton das Thema zu einer erneuten Stichelei gegen seinen Teamkollegen. "Ihr solltet Toto und Niki fragen, was sie darüber denken und was sie tun müssen, um ihn bei der Stange zu halten", so der Brite weiter.

Die angesprochenen Mercedes-Bosse Toto Wolff und Niki Lauda handelten in Mexiko aus Sicherheits- und Fairnessgründen. Anstatt jedoch die Wogen zwischen den Dauerstreithähnen Hamilton und Rosberg zu glätten, stachelten sie ungewollt den Zorn des dreifachen Champions an.

So sind weitere Scharmützel – sowohl verbal als auch auf der Rennstrecke – vorprogrammiert. Bereits beim Grand Prix von Belgien 2014 krachte es, als Rosberg in Hamilton hineinraste. In Austin vor eineinhalb Wochen ließ es der Brite auf eine Berührung ankommen.

Es ist ein Teufelskreis: Egal, was die Mercedes-Bosse machen, der Zoff zwischen Hamilton und Rosberg wird eher noch schlimmer.

Vettel als lachender Dritter?

Wie es in so einem Fall immer so schön heißt, könnte sich darüber ein Dritter freuen. Sebastian Vettel ist guter Dinge, die Dominanz der Silberpfeile in der kommenden Saison endlich durchbrechen zu können.

Mit seinen drei Saisonsiegen hat der Ferrari-Pilot schon angedeutet, dass er nicht weit von Mercedes entfernt ist. Dennoch dürfte die Scuderia auch im kommenden Jahr das unterlegene Auto haben. Vettel weiß aber trotzdem, wie es funktionieren könnte. (Rennkalender der Formel 1)

"Könnt ihr beide sicherstellen, dass ihr euch ins Auto fahrt, damit ich durchschlüpfen kann?", fragte der jüngste Titelträger aller Zeiten auf der Pressekonferenz vor dem Rennen in Mexiko. Ein Scherz, der bei den aktuellen Entwicklungen der Auseinandersetzungen Wirklichkeit werden könnte, wenn es 2016 wieder darum geht, einen neuen Weltmeister auszufahren.

Räikkönen machte es vor

Es wäre nicht das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Formel 1, dass der Zwist zweier Teamkollegen einem Ferrari-Fahrer zur Krönung verhilft. 2007 lieferte sich das McLaren-Mercedes-Gespann Fernando Alonso/ Hamilton ein ähnliches Hass-Duell, von dem Kimi Räikkönen profitierte.

Der Finne sicherte sich im letzten Saisonrennen den Titel vor dem Briten und dem Spanier. Damals wurde der Begriff "Krieg der Sterne" geprägt. Derzeit befinden sich Rosberg und Hamilton auf Gefechtsstation.

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