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Carmen Jorda sieht sich Hohn und Spott der Kollegen ausgesetzt © Getty Images

Dass Carmen Jorda auch 2016 für Renault testen darf, bringt einen Ex-Kollegen zum Kochen. Die Spanierin reagiert cool auf die heftigen Vorwürfe und kontert spöttisch.

Frauen haben es in der Männer-Domäne Formel 1 seit jeher schwer.

Auch Carmen Jorda, 2014 von Lotus als Entwicklungsfahrerin ins Boot geholt, sah sich bereits in der Vergangenheit ob ihrer Fahrkünste reichlich Hohn und Spott ausgesetzt.

Die Verkündung, dass die 27-Jährige auch nach der Übernahme des Lotus-Rennstalls durch Renault ihren Posten behalten wird, hat bei einem Ex-Teamkollegen nun aber das Fass zum Überlaufen gebracht.

Jorda zwölf Sekunden langsamer?

"Sie war im Simulator zwölf Sekunden langsamer als ich. Und dennoch hat sie alle Prämien erhalten", machte Marco Sörensen in der Zeitung Ekstra Bladet seinem Ärger Luft.

Der Däne Sörensen stand bis zuletzt ebenfalls als Testfahrer für Lotus unter Vertrag, quittierte seinen Job allerdings wegen vermeintlicher Ungleichbehandlung - und geht nun in der Tourenwagen-Serie WEC an den Start.

Sörensen ist nicht der erste Fahrer, der die motorsportlichen Talente der Spanierin in Frage stellt und gewissermaßen einen Frauen-Bonus anprangert. Im Fahrer-Zirkus ist man vermehrt der Auffassung, Jorda habe ihren Job allein wegen ihres guten Aussehens bekommen.

So spottete bereits Ex-Teamkollege Robert Cregan via Twitter: "Carmen Jorda könnte keine Film-Rolle, geschweige denn ein Formel-1-Auto entwickeln."

 

Mouton vermutet Marketing-Coup

Und auch die viermalige Rallye-Siegerin Michele Mouton hatte Jordas Verpflichtung einst als Marketingcoup ohne sportlichen Wert abgetan.

"Wenn ich irgendwelche Namen von Frauen nennen sollte, von denen ich glaube, dass sie das haben, was man braucht, um es in die Formel 1 zu schaffen, dann würde ich sagen Simona de Silvestro, Danica Patrick, Susie Wolff oder auch Beitske Visser, die in der Formel Renault 3.4 eine sehr gute Figur macht", sagte die Französin.

Die Sticheleien lassen Jorda nach äußerlich aber offenbar kalt.

"Ich weiß ehrlich nicht, wer er ist. Ich habe ihn nie in Enstone gesehen. Er war letztes Jahr nicht Teil des Teams", setzt Jorda, angesprochen auf Sörensens Rundumschlag, in der AS nun selbst zum Konter an.

Sörensen? "Ich weiß nicht, wer er ist"

Und fügte an: "Es ist nicht richtig, dass er andere benutzt, um seine Leistungen herauszuheben - besonders, wenn er mich dafür benutzt."

Auch die Behauptungen zu ihren Zeiten im Simulator seien haltlos.

"Letztes Jahr war ich im Simulator für gewöhnlich mehr oder weniger eine Sekunde innerhalb der Zeit von Grosjean", bekräftigte Jorda.

Einen Seitenhieb in Richtung Sörensen konnte sie sich nicht verkneifen: "Wenn man Sörensens Zahlen glaubt... wenn jemand elf Sekunden schneller als Romain wäre, bin ich mir sicher, alle Formel-1-Teams würden denjenigen verpflichten."

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