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München - Viele Piloten fiebern dem Formel1-Rennen in Baku entgegen. Auf der Strecke wird ein neuer Rekord aufgestellt. Der schnelle Stadtkurs birgt allerdings auch Risiken.

Für die Formel-1-Piloten ist das Rennen in Baku auch eine Reise ins Unbekannte. Die Strecke wirkt höchst attraktiv, aber auch gefährlich.

Dennoch fiebern die Piloten der Premiere im "Monaco des Ostens" entgegen und sind gespannt auf das einzigartige Streckendesign.

"Ein neuer Grand Prix ist immer ein Extra-Kick, weil alles unbekannt ist und jeder zum ersten Mal dort fährt", sagte der deutsche Force-India-Pilot Nico Hülkenberg. Fernando Alonso, der von den Organisatoren als Botschafter eingekauft wurde, spricht sogar von der "erinnerungswürdigsten Strecke im diesjährigen Formel-1-Kalender."

"Mit Abstand schnellster Stadtkurs"

Warum der Große Preis von Europa allerdings ausgerechnet in Vorderasien stattfindet, wird wohl das Geheimnis der Formel-1-Verantwortlichen bleiben.

Der Kurs verspricht mit einer zwei Kilometer langen Geraden entlang der Strandpromenade und zahlreichen engen Kurven reichlich Abwechslung. Streckenarchitekt Hermann Tilke kündigt sogar an: "Baku ist mit Abstand der schnellste Stadtkurs."

Bei aller Liebe für Geschwindigkeit und Abwechslung - ganz ungefährlich ist die Strecke nicht. Wer in den engen Gassen mit einigen fiesen Kuppen und den ansteigenden Kurven nicht aufpasst, landet schnell in den Barrieren.

"Gerade der Teil um die Altstadt könnte eng werden, technisch sehr herausfordernd", sagte Sebastian Vettel bei der Besichtigung. In einigen Kurven würde man "erstaunlich wenig" sehen.

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Gefährliche Kurve

Die gefährlichste Stelle ist die Kurve 15. Der fehlende Platz verbietet die eigentlich sehr schnelle Geschwindigkeit der Linkskurve am Präsidentenpalast; auch eine Schikane ist unmöglich. Rennleiter Charlie Whiting versuchte das Problem zu mildern, indem er die Gerade davor auf den letzten 150 Metern durch einen Randstein künstlich verengte.

Die Streckenführung geht dadurch leicht nach rechts, die folgende Linkskurve hat deswegen einen engeren Radius. 

Die Formel 1 erreicht zudem einen neuen Tiefpunkt: Mit einer Länge von 6,003 Kilometern ist der Baku City Circuit nach Spa die zweitlängste Strecke im Formel-1-Kalender und liegt 28 Meter unter dem Meeresspiegel – ein neuer Rekord in der Formel-1-Geschichte.

Strecke kommt Mercedes entgegen

Wer sich als erster Sieger in Baku in die Geschichtsbücher eintragen darf, muss sich dagegen erst noch zeigen. Ferrari hat in Montreal eindrucksvoll gezeigt, dass das Team von Sebastian Vettel dank des neuen Turbo-Updates endlich in Schlagdistanz zu Mercedes ist.

Die Power-Strecke mit vielen engen Kurven in Baku sollte jedoch vor allem Mercedes sehr entgegen kommen. Dank der heißen Temperaturen – es werden über 30 Grad erwartet - sinkt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Lewis Hamilton und Nico Rosberg erneut Probleme mit dem Aufheizen der Reifen bekommen.

Aufgrund des Leistungsnachteils wäre es dagegen eine große Überraschung, wenn Red Bull wie in Barcelona und Monaco um den Sieg kämpfen könnte.

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